Nacht
Der Schlaf braucht eine Weile, um anzukommen. Dann aber zeigt er seine Macht und nimmt mich in die Arme. Die Träume sind bunt. Die Ohrenstöpsel („Sleep Soft“) fallen heraus bzw. ziehe ich sie im Halbschlaf heraus. Als ich sowie mal ins Bad muss, hole ich die wunderbaren „Silence“, die so herrlich gut sitzen.
Am Morgen bleibe ich noch länger im Bett liegen. Da ich heute Homeoffice habe, kann ich mir das erlauben. Ich beschließe, heute (im Gegensatz zu gestern) zu versuchen, den Tag über bei mir selber zu bleiben.
Essen
Außerdem analysiere ich kritisch mein Essverhalten in der letzten Zeit. Ich habe wieder mehr und mehr Zucker gegessen und versucht, Überschwänge mit stärkeren Fastenphasen auszugleichen. Das ist sehr gefährlich für mich, da ich dann irgendwann in die Versuchung komme, mir mit dem Gedanken „Ach, das gleiche ich mit Fasten wieder aus!“ gedankenlos Dinge in den Mund zu stecken.
Ich beschließe, mich jetzt wieder auf meine Fastentugenden zu fokussieren: Zwei Mahlzeiten am Tag, an denen ich mich auch bewusst satt esse.
Zum Frühstück dann erst einmal Kraftfutter mit Apfel.
Field Writing: Botanischer Garten
Die Sonne scheint. Im Botanischen Garten bricht das Grün aus den Knospen. Die Narzissen stört der kühle Wind nicht. Die Schäfchenwolken schauen unbeeindruckt.
Vor einer Parkbank parken zwei Kinderwagen. Deren Insassen werden bemuttert. Eines kann man nicht sehen, denn es hat sein Gesicht in der Brust der Mutter vergraben. Das andere Baby streckt keck seinen Kopf nach oben. Es zeigt hier hin und dort hin. Der Himmel ist voller Elefanten.
Das Leben im eigenen Pelz fühlt sich noch ungewohnt an. Das Herz schaut in die Ferne, aber von dort winkt niemand zurück.
Bei mir
Heute klappt es viel besser mit dem Bei-mir-bleiben als gestern. Ich genieße es, in der Bärenhöhle arbeiten zu können anstatt im Büro.
Das Essverhalten nähert sich auch wieder dem Normalzustand an: Mittags esse ich den Rest Hähnchengemüse von gestern, dazu Möhrenpommes (bzw. Karottenfritten). Es kommen immer wieder kleine Cravings nach Süßem (Eis, Kuchen, Teilchen), aber es hält sich im Rahmen.
Kino
Der Feierabend wird pünktlich um 16 Uhr eingeläutet (wie schön wäre es, wenn zum Arbeitsende tatsächlich eine große Glocke geläutet würde!), denn ich will ja ins Kino.
Der Weg durch die Stadt führt mich an blühenden Kirschbäumen vorbei und jedes Mal, wenn ich Kirschblüten sehe, geht mein Herz auf.
Im Kino (UCI) ist gut was los. Es sind viele Kinder da. Eltern tragen gewaltige Mengen Essen durch die Gegend. Man scheint hier hauptsächlich zur Nahrungsaufnahme hinzugehen. Es gibt sogar Hähnchenstreifen! Wenn das mit dem Eintrittsgeld nicht mehr so wichtig ist, würde ich einfach die Hälfte der Sitzreihen aus den Sälen reißen und stattdessen Tische oder ähnliche Ablagen einbauen. Dann gäbe es im Foyer (und im UCI gibt es noch eine bisher ungenutzte Zwischenebene) mehrere Imbisse. Ich könnte mir gut Pizzastücke vorstellen, so wie man sie auch auf Jahr- und Weihnachtsmärkten anbietet: Maximal vier Sorten auf großen Blechen. Die kann man prima vorbereiten und wenn der Ofen erst einmal heiß ist, braucht die Pizza darin nicht lange. Man kann das gut aus dem Pappkarton essen. Vielleicht kann man auch einen Stand an Burger King oder so vermieten. Döner macht zu viel Sauerei. Auf den Film kommt es dann nicht mehr mehr an.
Ach, ja! Der Film!
„Der Astronaut“ gefällt mir sehr gut. Ich mag seinen Humor, seine Tiefe. Er ist spannend und rührt mich zu Tränen. Ryan Gosling kaufe ich seine Rolle ab. Das Alien ist toll und Sandra Hüller ist zum niederknien. Schön, dass sie jetzt das Bild der „Deutschen“ in Hollywoods Hirne pflanzt. Nichts gegen Marlene Dietrich, aber das ist jetzt ja auch schon lange her.
Den Schluss des Filmes fand ich ein wenig albern.
Abend
Daheim aktualisiere ich das iPhone und schmiere die Kniften für den nächsten Arbeitstag. Unter der Dusche nehme ich mal das „Adidas“-Duschgel, dass ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Sonst nehme ich ja immer neutrales Duschöl.
Gegen 21 Uhr zu Bett.
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