Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-04-08 Mittwoch

Nacht

Ziemlich schlechte Nacht, denn der Schlaf wurde von massiven Zahnschmerzen unterbrochen. Das viele Herumfuhrwerken in meinem Mund hat wohl Spuren hinterlassen. Es dauert eine Weile, bis die hastig eingeworfene Ibuprofen (der Griff zu Tablette läuft nicht mehr so automatisiert ab wie früher – immerhin) wirkt.

Traum von der Apokalypse

Mir träumt, ich bin in einem Computerspiel. Irgendwie muss ich flauschiges Wesen durch eine Stadt lotsen, in der riesige Ratten ihr Unwesen treiben. Irgendwann schaffe ich es, das Wesen in einer Art Universität unterzubringen und ich übernehme seine Perspektive. Nun bin ich in einem Raum mit Blick auf den Campus. Die Menschen hier versuchen, sich gegenseitig zu helfen und gegen die Zombies zu unterstützen, welche die Stadt überrennen. Einige Leute haben Schusswaffen, andere prügeln mit Keulen auf die Untoten ein. Doch das kann alles nicht lange gut gehen und ich beginne, hastig meine Sachen zu packen. Da kommt der komische angetrunkene Typ mit den langen Haaren rein und kommt mir so seltsam nahe. Ich habe große Angst, dass er infiziert ist und ich stoße ihn verbal weg. Er ist darob beleidigt, will sich aber nichts anmerken lassen.

Dann sind auf einmal viele Leute im Zimmer. Eine junge asiatische Frau wird halb aus dem Fenster gezogen. Ihre Freunde halten sie an den Beinen fest und ziehen sie wieder rein. Jedoch wurde sie von den Zombies gebissen und ihr Blut hat meine Klamotten gesprenkelt. Lange wird die junge Frau nicht mehr leben, doch sie hilft mir dabei, die Blutspritzer ausfindig zu machen. Bald wird man sie wohl erschlagen müssen.

Morgen

Ich bin froh, aus dem unangenehmen Traum zu erwachen. Die Schmerzen haben nachgelassen. Wegen des fehlenden Schlafes bin ich aber sehr müde. Im Radiowecker hört man Kinder, welche in aller Herrgottsfrühe mit ihrem Papa aufgestanden sind, um ihn auf seiner Arbeit als LKW-Fahrer zu begleiten. Das unbotmäßig gut gelaunte Moderatorenduo ruft den „Club der Frühaufsteher“ ins Leben und ich wäre bei diesem Club gerne der Türsteher.

Das Frühstück besteht (natürlich) wieder aus Kraftfutter. Diesmal mit einer Birne, welche der türkischen Birne sehr ähnelt, die ich jedoch im Aldi gekauft habe. Der letzte Satz ergibt irgendwie keinen Sinn, denn was sollte die Firma Aldi denn daran hindern, türkische Birnen zu verkaufen?

Der erste starke Kaffee vertreibt diese dummen Fragen zusammen mit den letzten Fetzen Schlaf aus meinem Kopf.

Ich mache einen Morgenspaziergang über den Kaiserberg. Es ist schön, wie hier die Sonne aufgeht. Außerdem entdecke ich einen schönen Platz an einem (künstlich angelegten) Teich, wo man sicher morgens mal schön sitzen könnte, wenn es denn mal wärmer wird. Allerdings darf es nicht zu warm sein, denn sonst wird man hier sicher von Mücken aufgespießt und leer gesaugt (ich fürchte, der Traum der letzten Nacht wirkt noch nach).

Arbeitstag

Im Homeoffice bin ich erst lustlos. Dann beginne ich einen neuen Abschnitt der eher repetitiven technischen Umarbeitung der Hausregelungen. Das entspannt irgendwie.

Mittag

Zu Mittag mache ich mir im Wok Bratpaprika, Lauch und Pilze. Gutes Gemüseessen! Danach Einkäufe. Bei Burc kaufe ich zwei Honigmelonen, weil die zusammen nur einen Euro kosten. Ich denke aber, dass die sich wohl ein paar Tage lang halten.

Ich bin wieder sehr abgelenkt und wenig bei mir selber. Sofort kommen soziale Ängste in mir hoch. Immerhin bemerke ich das rechtzeitig. Eine spezielle Atemmeditation bei Headspace hilft auch sehr.

Als ich mich wieder beruhige, werde ich sehr müde. Leider fehlt die Zeit für ein Schläfchen. Auf dem Balkon sitzend schließe ich für fünf Minuten die Augen.

Field Writing

Am frühen Abend im Botanischen Garten. Es ist noch zart frühlingshaft warm. Auf der Wiese sitzt ein junges, attraktives Pärchen. Sie haben Decken dabei und Taschen, alles um sich herum aufgestapelt wie eine Burg. Sie selber sehen aus wie eine Burg, egal wie lässig der junge Mann sich fläzt. Sie kniet und hat auch trotz der untergehenden Sonne noch die dunkle Brille auf der Nase.

Es blühen Tulpen und Narzissen. Vögel singen. Ich habe mir absichtlich Zeit genommen, um im Park ein wenig zu Lesen. Dabei sitze ich auf einer Bank und bin ganz verwundert, dass ich das auch tatsächlich gemacht habe.

Die Bäume werden langsam grün und vielleicht wächst mein neues Leben ja auch langsam. Es dauerte doch so lang, bis es endlich Wurzeln schlagen konnte und nun hoffe ich ein paar erste Blüten.

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