Mittelgute Nacht ohne Ohrenstöpsel. Das Haus verhält sich wie ein Mäuschen, denn nur ab und an piepst es mal, meist knabbert es nur leise am Käse.
Mir träumt, ich bin mit dem Thronfolger in einer Wohnung. Es ist abgesprochen, dass ich mit meinen Münzen zur Bank gehe und er sich später mit seiner Mutter trifft. In der Bank setze ich mich an einen Tisch und begutachte meine mitgebrachten alten Münzen. Es sind irische Gedenkmünzen dabei und auch eine aus Nigeria. Ein älterer Herr möchte sich die Münze aus Nigeria mal ansehen und ich überreiche sie ihm. Mit der Münze in der Hand geht er zu einem anderen Tisch, wo er eine Lupe nimmt und sich das Metallstück genau anseht. Als er es mir zurückgibt, handelt es sich nur noch um ein gestanztes Blech. Zum Glück nur ein alter Scherz unter Münzfreunden, denn dann bekomme ich das Original wieder.
Ein anderer Münzfreund gibt mir den Tipp, die Münzen in welche von den hier zahlreich herumstehenden Plastikpöttchen zu sortiern. Die Bankangestellten würden die Pöttchen extra für die Münzfreunde bereitstellen. Er selber hätte ein furchtbares Durcheinander in der Sammlung, weil es ihm mal an Pöttchen gefehlt habe.
Zurück in der Wohnung liegt der Thronfolger noch immer auf seiner Matratze. Er schwitzt stark und ich mache mir Sorgen um ihn.
Vier Uhr morgens stehe ich mit den Morgennachrichten auf. Das Stellwerk in Großenbaum ist noch gestört. Der Brand im Kabelschacht war wohl Sabotage. Ich beschließe, heute mit der U79 nach Düsseldorf zu fahren. Den Weg zur Haltestelle Duissern gehe ich recht stramm und freue mich an der Bewegung, trotz der Schmerzen.
Als die Bahn aus dem Tunnel fährt, geht die Sonne auf.
Der Spaziergang durch die Düsseldorfer Altstadt am frühen Morgen ist recht schön. Ich mag diesen Ort ja zu dieser Zeit, wenn die Lieferanten anliefern und die Handwerker schnell etwas reparieren. Früher hatte die „Köpi-Stube“ (oder wie der Laden heißt) noch offen und die letzten Trinker stolperten auf das Pflaster. Sonst sind vielleicht nur ein paar verrückte Typen unterwegs – und ich. Also nur ein paar verrückte Typen.
Die Kollegin hängt in Oberhausen fest. Die Störung in Großenbaum ist bis zum Nachmittag angesetzt. Man hat ein Bekennerschreiben einer „linken Gruppe“ gefunden, die Polizei geht aber noch nicht von der Echtheit des Schreibens aus.
Bin wieder mehr lesend unterwegs. Der alte Kindle (Geschenk von Lars) tut offline weiter unbeirrt seine Dienste. Es geht gerade weiter mit „Unglaublicher Spaß“ von Foster Wallace. Ich kann dem Handlungsfragment inzwischen folgen, wüsste aber gerne, wohin die Reise geht. Momentan fühlt sich die Lektüre so an, als würde es einfach ewig so weitergehen. Wenn der Kindle nicht offline wäre, würde ich vermuten, dass eine KI das Buch heimlich immer weiter schreibt, während ich es lese.
Ich denke, ich werde das Buch wohl nicht bis zum Ende lesen. Da mag es noch so wichtig für die amerikanische Literatur sein.
Bei Robert lese ich einen Hinweis zu HTMLy und bekomme dann gleich mal Lust auf was Einfacheres als WordPress. Allerdings habe ich keine Lust auf einen Blog-Umzug. Früher habe ich ja in solchen Fällen gerne mal das alte Blog eingestellt und als Ruine stehen gelassen, um diese dann später zu löschen. Das möchte ich mir und den Lesefröschlein aber gerne ersparen. Außerdem habe ich momentan keine Ressource für so etwas.
Ein Auge will ich aber trotzdem auf HTMLy halten.
Heimfahrt mit Umleitung über Krefeld. Vorher hektischer Gleiswechsel. Der Zug ist angenehm und überraschend leer. Die Fahrt dauert wegen des gewaltigen Umweges lange, aber die Kollegin und ich plaudern sehr angenehm.
Es könnte schlimmer kommen.