Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2025-12-29 Montag

Nacht, Traum von der Stellenausschreibung

Mittelgute Nacht.

Mir träumt, dass meine Chefin mir eine Stellenausschreibung aus einem der Ministerien gibt. Die ist noch nicht ganz offiziell und man sucht einen Mitarbeiter für die Administration der Raumbuchungssoftware. Sie fragt mich, ob das vielleicht etwas für mich wäre.

Er gibt es ein wenig Durcheinander, weil ich die Stellenausschreibung nicht wiederfinden kann. Ich erzähle den Kolleginnen lieber erst einmal nichts davon. Zuhause finde ich die Ausschreibung wieder. Da sie handschriftlich in ein Formular eingetragen worden ist, kann man sie nur schlecht lesen. Sucht man gleichzeitig auch einen Hausmeister?

Am nächsten Morgen gehe ich zum Ministerium und hospitiere dort. Man ist freundlich, aber reserviert. Gerne würde ich herausfinden, ob ich nicht vielleicht ein wenig überqualifiziert für die neue Tätigkeit bin, aber niemand hat Zeit für mich.

In der Mittagspause gehe ich mit einem Kollegen zusammen zum Döner-Imbiss. Der Wirt schenkt mir einen Weihnachtsstern. Er nennt die rote Blume „Friedensstern“ und sagt, dass nur gute Kollegen so eine bekommen sollten. Ich verspreche ihm, dass ich mir Mühe geben will, jedoch noch nicht weiß, ob ich für die Stelle geeignet bin.

Morgen

Der Wecker weckt mich um vier Uhr, ich bleibe bis fünf nach vier Uhr liegen. Dann erreicht mich via Messenger eine schlechte, unblogbare Nachricht.

Bei der folgenden Meditation kann ich die Emotionen (Frust, Wut) zulassen und sie auch loslassen.

Meditation hilft: Die Situation ist zwar noch immer beschissen, aber man kann besser damit umgehen.l

Morgenspaziergang

Ich laufe durch das kalte Düsseldorf. Die Luft ist nicht so kalt wie vor ein paar Tagen, aber durch die Feuchtigkeit, die hier hängt, klebt sie regelrecht an der Haut. Vor dem Hotel Adina am Hauptbahnhof steht ein Mann und schreit Passanten an. Ich gehe vorsichtig wegen der Glätte. Nichts passiert, nur einmal sticht das linke Knie.

Auf dem Weg beruhige ich mich wieder. Ich erlaube mir immer wieder, Wut und Frust zu spüren, widerstehe dem Drang, meine Stimmung mit fröhlicher Musik glatt zu bügeln. Die negativen Gefühle verfliegen auch von alleine und ich kann wieder den aktuellen Moment spüren und er ist nicht schlecht: Ich bewege mich an frischer Luft, niemand stört mich, niemand stellt Anforderungen an mich.

Überfrierende Nässe

Es ist kalt und nass. Der Sprühregen gefriert und die Bürgersteige sind glatt. Ich gehe wie auf Götterspeise.

Nonsens

Horche auf
im Sumpfe!

Die Mulpfendromse lockt
mit ihren glatten Haaren

Essen, Brot

In der Bibliothek bekomme ich früh Mittagshunger und esse schon um 10 Uhr mein Baguette. Es schmeckt mir sehr gut, aber ich muss die Dinger beim nächsten Mal unbedingt flacher machen. Ich habe letztens auch eine Brotbackform wiedergefunden. Vielleicht mache ich auch mal parallel ein Kastenbrot. Kniften sind ja auch nicht verkehrt und lassen sich doch einfacher essen als diese dicken Knüppel.

Gegen 14 Uhr ist der Magen wieder leer und ich faste natürlich weiter. Es klappt ganz gut.

Medienhafen

Mittagsspaziergang im Medienhafen. Bauklötzchen-Architektur. Durch die Schaufenster in die Häuser gucken und raten, ob hier eine Firma ist oder eine Sekte. Irgendeine Kaffeefirma bewirbt ihre Plörre offensiv bei den eigenen Mitarbeiten. Ein Asia-Restaurant wirbt mit „Business-Lunch (3 Gänge)“. In einem Fenster spiegelt sich ein alter Mann mit langem, blondem Haar.

Fast-Begegnung

Auf dem Heimweg sehe ich im Zug eine Frau, die mich sehr an jemanden aus meiner Vergangenheit erinnert. Für einen Moment bin ich wie elektrisiert, denn ich werde diesen Menschen wohl niemals wiedersehen und wüsste doch zu gerne, wie es ihm so geht oder ob er überhaupt noch lebt.

Doch so sehr mich diese Frau vor mir an diesen einen besonderen Menschen erinnert: Sie ist viel zu jung, um X zu sein.

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