Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2025-01-03 Samstag

Nacht

Mittelunruhige Nacht. Die meiste Zeit mit gut sitzenden Ohrenstöpseln. Nebenan schläft der Thronfolger.

Traum von der Baustelle

Mir träumt, im ersten Stock des Elternhauses wäre Mathematikunterricht. Da ich in der letzten Stunde ohne Hausaufgaben erwischt worden bin, habe ich diese für heute nachgeholt und bin sogar ein bisschen stolz, sie dem Lehrer präsentieren zu können. Doch bevor ich nach oben gehen kann, klopft es an der Tür. Einige Mitschüler von mir stehen im Treppenhaus und verlangen von mir, dass ich die Heizung oben herunter regele. Da meine Eltern nicht da sind, gehe ich ins Schlafzimmer zum Schaltkasten. Leider weiß ich nicht, welche Regler für welche Wohnungen sind. Auf den Displays über den einzelnen Steuerungseinheiten ist nur Werbung zu sehen. Irgendwann entdecke ich Beschriftungen und schalte die Heizung für die Wohnung oben komplett aus.

Dann muss ich nach draußen gehen, denn die Bauarbeiter sind da. Es werden überall im Garten Löcher gegraben, um die Tanks zu erneuern. Die Baustelle ist so riesig, dass die Bauarbeiter mit kleinen Motorrollern herumfahren. Ich habe auch so einen Roller. Er ist elektrisch betrieben und hat einen blauen Lenker. Es geht gut voran, auch wenn mich einige der sehr attraktiven Bauarbeiter skeptisch anblicken. Eines der Löcher ist besonders gut geworden. Sogar ein Strohballen liegt daneben und ist exakt ausgerichtet! Ein junger Mann mit Klemmbrett kommt zur Kontrolle vorbei. Mein Vater ist auch dabei, doch bevor der junge Mann uns seine wichtigen Informationen geben kann, muss Papa noch eine sehr dicke Frau in einem geblümten Kleid vom Grundstück jagen.

Im Keller zeigt uns der junge Mann einen Film über Nachhaltigkeit. Ich bin gespannt, was das mit den Löchern zu tun hat.

Aktiver Morgen

Ich mache meinen Morgenspaziergang und es beginnt zu schneien. Kindliche Freude über die großen Flocken lässt mich schneller gehen.

Im Bio-Markt gebe ich das Glas zurück, in dem die Fertig-Bolognese-Soße drin war. Ein Edel-Fertiggericht. Die lustige Kassiererin mit dem osteuropäischen Akzent wundert sich erst über das Glas. Nach einigen Recherchen bekomme ich dann aber doch einen Euro gutgeschrieben.

Im türkischen Supermarkt kaufe ich unter anderem einen Kopf Wirsing und kann mir beim Rausgehen nur knapp einen Dad-Joke verkneifen.

Sogar eine Runde zum Getränkemarkt ist drin. Es gibt wieder dieses leckere Geschmackswasser mit roter Mandarine.

Treffen mit Flöte

Mittags treffe ich meinen besten Freund Flöte und wir gehen zusammen in eine Bäckerei auf ein paar belegte Brötchen und Kaffee. Heute ist nämlich die Übergabe meines MacBook Air an ihn. Er will es sich mal in Ruhe anschauen und mir ggfs. abkaufen. Ich bin froh, dass ich wieder ein elektronisches Gerät los bin und es weiter genutzt wird.

Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, über Familie, den menschlichen Körper, Filme und über Alkohol.

Später begleite ich ihn noch zum Zug. Ich freue mich wirklich sehr, ihn wiedergesehen zu haben.

Handschuhe

Weil es so kalt ist, laufe ich durch einen Vorhang aus Schneeflocken zum Forum Duisburg, denn ich möchte mir neue Handschuhe kaufen. Meine alten Wollhandschuhe sind nämlich unglaublich groß und ich kann sie kaum in meinen Jackentaschen verstauen. Dummerweise ist bei Kaufhof gerade „Sale“. Das ist ein englisches Wort und bedeutet so viel wie „alle spielen verrückt“. Die Verrücktheit steckt mich ein wenig an und beinahe kaufe ich ein paar „Happy Socks“ mit einem Bild des Superschurken Venom darauf. Aber es wird dann doch nur ein paar gefütterte Lederhandschuhe. Ein bisschen muss ich beim Anblick des Preisschildes schlucken, aber die Handschuhe passen mir gut und sind angenehm weich. Da meine Hände wohl so blaugefroren aussehen, entfernt die freundliche Dame an der Kasse für mich sämtliche Preisschilder und Plastik-Nupsis. Auf dem Heimweg habe ich warme Hände.

Wanne

Daheim erledige ich noch ein wenig Krams. Der Thronfolger trifft sich heute mit Freunden in Bonn und wird erst später wieder zu mir kommen. Beim Lesen in der Küche wird mir kalt und ich lasse mir eine warme Wanne ein. Dort lese ich noch ein paar Seiten „Grasblätter“ von Walt Whitman, während die Wärme in meine Glieder kriecht. Das tut gut.

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