Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-01-04 Sonntag

Nacht, Motchi-Traum

Mittelgute Nacht.

Mir träumt, ich gehe in den Asia-Supermarkt, um Motchis zu kaufen. Hier finde ich überraschend welche von der Firma Royal Family in den Sorten „Dark Chocolate“ und „Creme“. Als ich die Süßspeisen bezahlen möchte, weist mich die junge Asiatin an der Kasse darauf hin, dass es noch viel bessere Motchis zu kaufen gäbe. Sie ruft eine Kollegin, die mir die Stelle zeigt, an denen die besonders guten Motchis liegen. Die ebenfalls junge Dame führt mich in die Ecke mit dem Friseurstuhl. Eine dritte Frau kommt dazu und übergibt mir zwei türmchenartige Verpackungen mit den Motchis. Außerdem drückt sie mir drei Euro in die Hand. Ich bin verwirrt. Die Frau erklärt mir, dass sie sich bei mir für die Hilfe bei der Renovierung bedanken wolle. Ich kläre das Missverständnis auf und gebe die drei Euro zurück. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob die Frau mich wirklich verstanden hat.

Später muss ich ins Homeoffice. Dazu fahre ich mit dem Bus in die Außenbezirke der Stadt. Ungefähr zehn Minuten Fußweg von der Bushaltestelle entfernt ist ein Haus mit einer Garage. Auf dem Dach der Garage ist eine Terrasse und dort ist mein Homeoffice-Arbeitsplatz. Ich bin ein wenig spät dran und außerdem habe ich Schwierigkeiten mit dem Anschließen der ganzen Kabel. Lustlos bin ich auch.

Waldspaziergang

Der Stadtwald ist ein Winterwunderwald. In den kahlen Büschen hängen Schnellbällchen wie Baumwollpuschel. Der Schnee unter den Sohlen knarzt leise. Es sind durchaus einige Menschen unterwegs. Hunde schauen wie Kinder. Die weiße Pracht ist ihnen wohl neu.

Auf dem Rückweg kaufe ich bei „Copenhagen Coffee Lab“ Brötchen, die schon fast schmerzhaft gesund aussehen.

Mittagessen

Ich esse spontan zwei der leckeren gesunden Brötchen. Dann noch zwei Portionen Wirsing-Gemüse mit Nudeln und Sucuk. Danach ist der Bauch voll und ich mache einen Mittagsschlaf. Die Stimmung sinkt. Ich fühle mich traurig und schlapp. Nach dem Schläfchen räume ich die Küche auf und backe Brot. Dabei versuche ich, mich mit Kaffee wieder wach zu bekommen (es ist noch welcher vom Morgen in der Kanne).

Du

Dein zartiges Lächeln
hat mein Herz gebrochen

Das Strahlen Deiner Augen
hat meine Seele geheilt

Ausgewählt!

Ich lese die Kurzgeschichtensammlung „Ausgewählt!“ von Falko Löffler zu Ende. Die meisten seiner phantastischen Geschichten gefallen mir sehr gut. Sie werfen einige interessante Fragen auf: Warum landen Außerirdische eigentlich immer in den USA? Wenn die Menschheit einen Krieg beginnt – ist man als Wissenschaftler:in ethisch dazu verpflichtet, der eigenen Art zu helfen?

(Disclaimer: Falko und ich kennen uns persönlich)

Waldspaziergang 2

Ich beruhige meine Nerven mit einem zweiten Waldspaziergang. Es ist schön zuzusehen, wie sich langsam die Dunkelheit zwischen die kahlen Äste senkt und der Schnee noch das letzte Licht des Tages verstärkt. Wer weiß, wie viel Schnee ich in meinem Leben noch zu sehen bekomme?

Schreiben in der UB

Nach dem Spaziergang gehe ich zum Schreiben in die UB. Ich muss und möchte bis Mitte nächste Woche noch einen kurzen Sketch für eine alternative Karnevalssitzung schreiben. Der Haupteingang der UB Duisburg ist schon seit geraumer Zeit kaputt, aber man kann ja den Nebeneingang nehmen. Der Aufzug ist auch kaputt, aber ich nehme ja eh die Treppe. In der 4. Etage ist das Herrnklo auch kaputt und so langsam habe ich das Gefühl, dass immer und überall alles kaputt ist. Während alles um uns herum zerfällt, sitzen die Verantwortlichen in ihren Laberrunden und diskutieren über die Frage, ob ein Logo „franselig“ oder ob ein Briefbogen „optisch gerade“ ist. Das habe ich selber schon erlebt.

2 Antworten

  1. Und prompt lese ich in der Zeitung (bzw deren täglichen Newsletter): “
    Brandheiße News von der Feuersozietät: Der mehr als 300 Jahre alte Versicherer hat sein Logo so „optimiert“, dass es laut Mitteilung „auf moderne Art und Weise Vertrauen, Verlässlichkeit und die regionale Verbundenheit mit den Menschen in Berlin und Brandenburg“ verkörpert. Banausen dürften nur erkennen, dass das altbekannte Feuer-F jetzt weniger züngelt und ausfranst. Dadurch ähnelt es noch stärker dem „Teufel“-T des Hifi-Spezialisten. Eine Fusion der beiden Berliner Traditionsunternehmen zur neuen Marke „Feuerteufel“ wäre dann aber doch zu schön, um wahr zu sein.“

    1. Markus Becker

      Q.E.D.!
      Ich glaube, es war Scott Adams, der in „Das Dilbert-Prinzip“ geschrieben hat, dass für weitreichende Entscheidungen („Bauen wir ein Atomkraftwerk oder nicht?“) in Entscheiderrunden weniger Zeit gebraucht wird als für die Aufteilung der Kosten des Besprechungskaffees.

      „Optisch gerade“ war übrigens während meiner Zeit im Minusterium ein feststehender Begriff. Ein Kollege sollte das Design des neuen Kopfbogens in eine Vorlage umsetzen. Jeder Entwurf war dem Chefdarsteller aber nicht gerade genug (die Position der Anschrift usw.). Ich kam in das Büro des Kollegen und es lag voller Ausdrucke. Der Kollege war verzweifelt. Da habe ich einfach eines der Blätter aufgehoben, ihm gegeben und ihm gesagt, er solle damit mal zum Chefdarsteller. Der hielt das Stück Papier vor das Fenster und sagte „geht doch!“. Es sei halt wichtig, dass die Dinge „optisch gerade“ seien und nicht nach Millimetern.

      Für so etwas bezahlt der Steuerzahler jeden Monat sehr, sehr viel Geld.

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