Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-01-05 Montag

Nacht, Traum von den Vorgesetzten

Ganz ordentliche Nacht. Die Ohrenstöpsel bleiben bis ca. ein Uhr nachts drin.

Mir träumt, ich bin auf der Arbeit und wir sitzen alle im großen Saal. Die Führung will irgendetwas verkünden. Ich sitze neben einer Kollegin, die ein übertriebenes Interesse an meiner Person bekundet. Sie ist eine sehr attraktive Frau und im Traum wirkt sie noch viel jünger als in echt. Mich irritiert das allerdings. Worum es in der großen Besprechung geht, verstehe ich nicht.

Später soll ich zur Abteilungsleiterin. Auch hier soll ich mit Kompetenz glänzen, die ich doch überhaupt nicht habe. Ich soll auch direkt zur Abteilungsleitung ohne den Dienstweg einzuhalten. Auf der einen Seite bin ich sehr stolz darauf, auf der anderen Seite ist mir das alles sehr unangenehm.

Morgen

Der Wecker weckt um viertel nach vier, aber ich snooze beherzt bis fünf Uhr (schnell viermal auf den großen Knopf gedrückt und schon habe ich 30 Minuten lang Ruhe). Das tut gut.

Ins Kraftfutter mische ich heute noch TK-Sauerkirschen, weil die mal irgendwann weg müssen.

Literarischer HNO

Die Lieblingskollegin erzählt mir von einem leicht verstörenden Besuch beim HNO, welcher das Arzt-Patientin-Verhältnis ein wenig sehr für die Selbstdarstellung als Hobbyschriftsteller missbraucht. Um mal eine Formulierung von Lars zu verwenden: Für eine solche Situation wurde das Wort „cringe“ erfunden.

Mir fällt dazu nur ein, dass meine Kollegin froh sein kann, dass der Typ „nur“ ihr HNO ist …

Mittagspause

Ich esse mein Wirsinggemüse in der Teeküche im Mitteltrakt. Da kann ich ganz gut auf den hohen Stühlen sitzen und die Mikrowelle ist auch gut.

Dann ein Spaziergang durch Düsseldorf. Es ist kalt und grieselig. Mir fällt das unsinnige Wort „Grieselfilm“ ein. Schnelles Gehen wärmt meinen Körper.

Heimweg

Am Nachmittag beginnt es immer stärker zu schneien. Die Lieblingskollegin macht fluchend früher Feierabend, weil wieder ein Zug ausgefallen ist. Also wird es heute wieder nichts mit einer gemeinsamen Fahrt bis Duisburg. Immerhin bekomme ich so die Gelegenheit, zu Fuß zum Hauptbahnhof zu laufen. Entgegen meiner sonstigen Gewohnheit höre ich dabei weder Musik noch Podcasts sondern lausche dem Knirschen des Schnees unter meinen Wanderschuhen. Die Stadt Düsseldorf ist ein bisschen wie verzaubert. An das Chaos bei der Deutschen Bahn verschwende ich zu diesem Zeitpunkt keinen Gedanken.

Im RE 11 bemerke ich erst, wie vollgeschneit ich bin. Zum Glück habe ich immer ein Trockentuch dabei (eigentlich ein Zubehör zur Thermosflasche, die beim Eingießen gerne schlabbert) und kann Rucksack, Tasche und Sitzplatz trocken rubbeln.

Meemo

Um im Büro mal schnell ein paar Zeilen zu tippen und sie dann später nach Ulysses zu übernehmen, habe ich mir dann doch mal wieder Meemo auf meinem Cloudron-Server installiert. Keine Ahnung, wie häufig ich diese App schon installiert und wieder deinstalliert habe. Ist auch ja auch egal.

Hunger

Nach vier Stunden hat das Wirsinggemüse den Magen verlassen (in der korrekten Richtung – keine Sorge!) und ein Hungergefühl setzt ein. Das wird sicher bald wieder verschwinden, aber ich denke an die Zeit, in der ich nicht mehr einen gewissen Ehrgeiz beim Abnehmen an den Tag werde legen müssen. Werde ich dann wieder abends auch etwas essen? Oder mich weiter so ernähren wie jetzt und dafür häufiger „über die Stränge schlagen“?

Der ganze Gedankengang ist natürlich Quatsch, weil ich ja vorhabe, dass alles auf mich zukommen zu lassen. Wenn ich mich ständig mit den Folgen des Abnehmens („Was ist mit der Fettschürze?“) befasst hätte, hätte ich meine Ernährung wahrscheinlich nie umgestellt.

Rechner-Abstinenz

Dadurch, dass das Wohnzimmer vom Thronfolger blockiert ist, beschränke ich mich aufs abendliche Lesen des Buches, welches er mir zu Weihnachten geschenkt hat. Das klappt gut. Ich kann ein wenig den Drang loslassen, irgendwelche Dinge erledigen zu müssen.

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