Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-01-18 Sonntag

Nacht

Ganz ordentliche Nacht.

Traum von der Zeitreise

Mir träumt, ich sehe einen Film, in dem Menschen plötzlich an einen früheren Zeitpunkt ihres Lebens versetzt werden und nun versuchen, ihrem Leben eine andere Richtung zu geben.

Plötzlich bin ich auch in diesem Tunnel der Möglichkeiten. Allerdings kann man vom Tunnel aus nicht genau sehen, wo es hingehen wird. Auch sagen einem die Stimmen hier nicht, warum das alles geschieht. Weil ich sonst nicht aus dem Tunnel herauskomme, gehe ich durch eine Öffnung und gelange auf meine Arbeit irgendwann Anfang der 2000er. Th. und R. sind da. R. hat kleine Löckchen. Alle warten darauf, dass Heini reinkommt und sich als neuer Chef vorstellt.

Ich überlege: Was kann ich jetzt anders machen? Sofort sammele ich Argumente für Bibliotheken und gegen seine Abneigung, Dinge auf Vorrat vorzuhalten.

Heini kommt rein und möchte erst einmal lüften. Allerdings beginnt es draußen, stark zu regnen. Dicke Regentropfen pladdern an die Fensterscheiben, während ich darüber nachdenke, wo ich zur Zeit eigentlich wohne. Muss ich noch nach Köln fahren oder wohnen wir schon in Düsseldorf? Wie wird es sein, der jüngeren besten Ex-Frau von allen zu begegnen?

Da kommt die Lieblingskollegin herein, die im echten Leben zu diesem Zeitpunkt eigentlich wohl noch zur Schule gegangen ist. Sie verteilt Uschankas, denn wir wollen gemeinsam ein Spiel spielen.

Wir setzen uns alle die Mützen auf und beginnen mit dem Spiel. Jeder muss in der Mitte einen Kasatschok tanzen. Ich bin sehr neugierig und beuge mich vor. Die Lieblingskollegin hat keine Lust mehr auf das Spiel und steht auf. Ich würde gerne zu ihr gehen und mit ihr reden, in dieser Zeitlinie kennen wir uns ja überhaupt noch nicht.

Morgen

Ich stehe um sechs Uhr auf. Der Traum wabert mir noch im Kopf herum.

Ins Kraftfutter kommen dunkle Trauben. Sie schmecken nicht ganz so süß wie die hellen Trauben, die ich sonst kenne. Der Geschmack passt aber ganz gut.

Dann blogge ich ein wenig und sortiere meine Unterlagen auf dem iPad. Einen Termin am nächsten Samstag muss ich auch absagen, weil ich beim Schwiegervater was helfen muss. Seltsamerweise hätten sich ohne Absagen vier Termine an einem Wochenende gedrubbelt. Scheint ein gefragter Tag zu sein!

Antibiotikum

Heute ist die letzte Tablette dran. Es bleibt ein leichter Druckschmerz. Mal schauen, was der nächste Termin bei der Zahnärztin bringt.

Spazierwanderung

Im Stadtwald sind eine Menge Menschen mit Hunden unterwegs. Alles glitzert, es ist kalt und klar. Kirchenglocken läuten.

Ich mache Pausen und trinke Kaffee aus der Thermosflasche. Wieder fällt mir erst zwischendurch ein, dass ich ja überhaupt nichts muss. Kein Todo steht gerade an. Ich muss nichts Bestimmtes machen oder fühlen. Loslassen, freilassen!

Notizbuchtasche

Mir fällt auf, dass meine aktuelle Jacke eine Tasche hat, die sich perfekt für das Notizbuch eignet. Darüber freue ich mich wie ein Kind.

Wanderung

Nachdem der Thronfolger gegangen ist, räume ich noch ein wenig herum und mache dann einen Spaziergang durch den Stadtwald. Spontan laufe ich weiter und weiter nach Süden. Warum auch nicht? Wasser und sogar Kaffee habe ich dabei – Zeit habe ich auch genug. Also betrete ich Mülheimer Stadtgebiet und laufe durch das Naturschutzgebiet gegenüber Wedau und Großenbaum. Es ist herrlich! Allerdings spüre ich doch irgendwann eine gewisse Erschöpfung. Bei Großenbaum quere ich die Bahnschienen über die Fußgängerbrücke und umrunde die Sechs-Seen-Platte. Dann laufe ich die Großenbaumer Allee hoch, bis ich in Richtung Neudorf abbiegen kann.

Sonntagabend

Als ich zu Hause ankomme, habe ich über 34.000 Schritte gemacht und bin sehr erschöpft. Es ist inzwischen um die 16 Uhr und seit dem Frühstück habe ich nichts gegessen. Komischerweise hat mir das kaum etwas ausgemacht. Trotzdem schnippele ich jetzt Zwiebeln (bzw. zerkleinere sie mit dem Gemüsekrokodil) und Spitzkohl und werfe alles in den Wok. Darüber kippe ich eine Hohmann-Soße und mische noch Seitan und Feta (muss mal weg) unter. Schmeckt recht ordentlich und den Rest stelle ich für das morgige Mittagessen an die Seite.

Sehr früh zu Bett.

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