Nacht
Unruhige Nacht. Das viele Essen rumpelt und gärt in den Schläuchen und Höhlen der Wohnstatt meiner Seele.
Die Träume sind wirr.
Morgen
Ich stehe um kurz vor fünf Uhr auf. Eigentlich bin ich schon seit zwanzig nach vier Uhr wach, aber ich mag noch nicht aufstehen. Ich muss die letzten Tage und Wochen erst noch einmal verdauen so wie ich das ungeplante „Abendbrot“ von gestern verdauen muss.
Ich stehe dann mit recht aufgeräumter Stimmung auf. Ich denke, ich habe meine Krise überwunden und fühle wieder meinen eigenen Kern.
Das Frühstück lasse ich heute ausfallen, weil ich überhaupt keinen Hunger habe. Die Verdauung ist wohl gehörig durcheinander.
Weg zur Arbeit
Der RE19 hat wieder Verspätung. Wegen der vielen Unwägbarkeiten zur Zeit nehme ich lieber wieder die S1, die um 6:15 Uhr pünktlich (!) abfährt.
Morgenspaziergang
Ich laufe heute nicht ganz so weit, mache aber trotzdem einen schönen Bogen durch die Düsseldorfer Altstadt. Mir kommen zwei große, junge Männer entgegen. Jeder hält eine Flasche Bier in der Hand. Sie unterhalten sich mit großen, weitschweifigen Gesten. Sicher eines diese Gespräche, wie man nur nach einer durchzechten Nacht auf dem Heimweg führen kann.
Die Nebenstraßen der Altstadt riechen nach Erbrochenem.
Heimweg
Schöner, kalter Weg zum Hauptbahnhof. Ich bin ein bisschen spät dran und falle in ein Verbindungsloch. Die S1 kann es nur spärlich füllen, denn sie kommt später. Aber ich nehme sie dann doch und bin froh um mein Update auf die erste Klasse. Hier kann ich sitzen, schreiben und lesen.
Allerdings riecht es hier überall nach nassem Hund. Die ganze Welt riecht nach nassem Hund.
Daheim will ich kräftig ranklotzen und die wichtigsten Dinge schnell erledigen, damit ich bald ins Bett komme. Morgen will ich wieder früh raus, denn es steht noch einiges an Arbeit an.
Immerhin bin ich psychisch jetzt wieder besser aufgestellt.
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