Nacht
Mittelgute Nacht ohne Ohrenstöpsel. Erst waren noch meine Gehörgänge von der abendlichen Dusche feucht und dann habe ich die Stöpsel vergessen.
Mir träumt wirr: Irgendwas von einem Haus nach der Apokalypse, wo jemand wohnt, der behauptet, seine Eltern wären nur mal eben kurz weg. Damit lockt er Menschen an (meist junge Menschen), um diese dann umzubringen und mutmaßlich aufzuessen. Da das Ganze ein Film ist, weiß ich natürlich bescheid und trinke nicht vom dargereichten Tee. Lieber biete ich dem Mann an, ihm bei der Suche nach seinen Eltern zu helfen. Seine großen, runden Augen werden feucht vor Rührung.
Morgen
Ich wache um 03:47 Uhr auf und muss mal eben wo hin. Danach dussele ich noch weiter bis 04:20 Uhr. Damit bleibe ich meinem Motto treu, nicht eher als vier Uhr aufzustehen, obwohl mich doch der Gedanke ein wenig fuchst, noch mehr aus dem Tag herauszuholen.
Gewicht, Frühstück
Nach einem Hüpfer nach oben bedingt durch den „Fress-Flash“ ist das Gewicht wieder ein Kilo nach unten gegangen und ich bin wieder bei 95 kg. Ich fühle mich heute tatsächlich noch schlanker.
Nachdem ich gestern das Frühstück habe ausfallen lassen (was erstaunlich gut geklappt hat), gibt es heute wieder Kraftfutter mit Banane.
S-Bahn
Ich gewöhne mich daran, die S-Bahn als zusätzliches Verkehrsmittel neben dem RE zu sehen. Das erhöht meine Flexibilität. Wenn alle Züge wieder fahren, werde ich die S1 sicher auch ab und an nehmen, um Bahnsteigzeiten zu verringern.
Psychosachen
Nach der Delle vor einigen Tagen geht es psychisch wieder bergauf. Eigentlich kann ich für das Zerbrechen der Freundschaft und der kurzen Wiederkehr der PTBS sogar ein wenig dankbar sein, denn sie habe mich wieder auf die Spur gebracht, mich mit meinem Wesenskern zu befassen. Ich bin besser für solche Krisen aufgestellt denn je und ich bin dankbar für die Therapie, die mich auf diesem Weg stützt und leitet.
Blogbares, Arbeitstag
Da in mir drin so viel los ist momentan, erscheint mir so wenig von dem anderen um mich herum als blogwürdig. Vielleicht ist es das auch.
Vielleicht erscheint erwähnenswert, dass ich einen recht angenehmen Mittagsspaziergang hatte. Ich sah ein “Sushi-Taxi” und fotografierte es für die sehr an gerolltem Rohfisch interessierte Lieblingskollegin. Dann hatte ich noch einen heiteren Verleser, denn ich las auf einem Schaufenster “30% auf Alles, 50% auf den Rest!”. Allerdings stand da “Aktuelles” statt “Alles”. Ich freute mich trotzdem.
Der Kaffee, den ich mir immer daheim koche und in einer Thermosflasche mit auf die Arbeit nehme, ist heute ungewöhnlich stark. Auch wenn ich wegen des Koffeins ja vorsichtig sein muss, schmeckt er mir sehr, sehr gut.
Jetzt, wo ich sie aufschreibe, purzeln doch ein paar Dinge durch die Runkelrübe in meinem Kopf: Morgen werde ich beim erneuten “Umzug” des demenzkranken Angehörigen helfen und mir dafür etwas zu Essen mitnehmen. Klassisch futtert man nach dem Schleppen ja gerne Pizza oder ähnliches, aber ich hänge momentan noch immer auf dem 95-Kilogramm-Plateau und in der letzten Zeit hatte ich genügend Ausnahmen meiner gewohnten Ernährung. Auch fürchte ich eine quälend langsame Entscheidungsfindung, was man wo jetzt kaufen und/oder bestellen will.
Ich arbeite an einer Präsentation für eine Schulung, die wir am Dienstag halten. Wieder einmal wird mir bewusst, dass Powerpoint und ich in diesem Leben keine Freunde mehr werden. Es liegt aber wohl weniger am konkreten Produkt, sondern eher darum, dass mir dieses “Gestalten” einfach fremd ist.
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