Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-01-27 Dienstag

Nacht

Mittelgute Nacht ohne Ohrenstöpsel. Das Haus ist leise wie ein Mäuschen. Man hört vielleicht nur ab und an ein zaghaftes Knabbern wie an Käse.

Traum von der Abifeier

Mir träumt, es gibt eine Feier anlässlich meines Abiturs. Der ganze Jahrgang fährt mit einem Bus durch die Gegend. Bierselige Stimmung, bis auf mich. Einmal bleiben wir stehen und Polster steigt aus. Er ruckelt vorne am Bus herum. Es klappert und scheppert. Dann steckt er einen Gegenstand vorne an den Bus und alles jubelt. Ich kann nicht erkennen, um was für ein Teil es sich handelt – ich jubele aber mit.

Später feiern wir auf dem Gelände eines Festivals. Wenn man zum Klo will, muss man durch die Ticketkontrolle. Wir werden gescannt (QR-Code auf der Brust) und bekommen eine temporäre Zutrittskarte. Leider muss ich groß und die Festivaltoiletten sind entweder besetzt oder nur für FLINGA. Einmal laufe ich über einen Steg und sehe meine Mitschülerinnen unten sitzen. Meine große Jugendliebe ist halb nackt und ich kann mehr von ihr sehen, als mir gut tut.

Morgen

Ich stehe heute erst um fünf Uhr auf. Die 30.000 Schritte von gestern machen sich jetzt doch bemerkbar. Die Muskeln in den Beinen schmerzen und der Körper ist müde. Trotzdem bin ich motiviert, auch heute mein Schrittziel zu schaffen (allerdings ohne so viele Schritte wie gestern zu machen).

Nach dem Frühstück (Kraftfutter mit türkischer Birne) schreibe ich erst einmal den Traum der letzten Nacht auf. Dann gehe ich eine Runde spazieren.

Kurzvortrag, Mittagsunruhe

Wir halten heute den nächsten Kurzvortrag. Eigentlich erscheint uns der Inhalt zu mächtig für die vorgesehene halbe Stunde, aber es klappt dann doch sehr gut.

Unser Vortrag wird sehr gelobt und das tut der Seele natürlich gut.

In der Mittagspause hole ich Hemden aus der Reinigung ab und fühle mich dabei seltsam erwachsen. Da ich Hummeln im Hintern habe, nutze ich den Rest der Pause noch für das Aussortieren von Papierkram, denn ich möchte unbedingt ein schönes Posteingangsfach auf dem neuen kleinen Schreibtisch haben und dafür müssen die beiden bisherigen Fächer erst einmal leer werden. In ihnen finde ich Dokumente, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben (z.B. Befundberichte über den gebrochenen Fuß aus dem Jahr 2022). Ich überprüfe, ob die Unterlagen schon gescannt und in DevonThink sind. Sind sie es nicht, hole ich das noch schnell nach.

Als ich mich dann wieder an die werktägliche Arbeit mache, rächt sich meine Mittagsunruhe, denn ich bin auf einmal ganz schön erschöpft und auch nervlich zerknirscht. Es ist zwar aushaltbar, aber schon ein wenig ärgerlich, dass ich mich immer wieder selber in solche Situationen bringe.

Überschwang

Und dann ist wieder diese Stunde und ich weiß wieder nichts mit mir anzufangen und wieder würde ich einfach flüchten in die Aktivität oder woanders hin oder was essen oder was trinken oder einfach woanders hin oder einfach was tun, was erledigen, was abhaken und ich wäre doch so gern bei mir selber und doch kann ich es nicht sein und doch vermisse ich Dich so unendlich sehr.

Abendspaziergang

Das Draußen ist wieder so fies nasskalt, dass es mir in die Knochen kriecht. Ich quetsche mir den Daumen an einer Schranktür.

Immerhin treffe ich eine Entscheidung gegen einen vorherigen Entschluss und die Entscheidung stellt sich als gut heraus. Beziehungsweise wäre der Entschluss eine Art bockiges Beharren gewesen.

Die Schrittzahl will und will heute nicht nach oben gehen, was auch am Wetter liegt. Doch ich möchte mein Tagesziel erreichen und nun motiviert mich die Zählmaschine doch dazu, noch eine Runde zu laufen. Ich gehe sehr schnell, weil ich so angenervt und unruhig bin. Doch Bewegung und Luft tun ihr Wunder. Ich fasse zusammen:

  • Ich habe zwei Vorträge an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gehalten.
  • Ich beschäftige mich weiter intensiv mit dem Kern meiner Selbst und meiner Krankheit.
  • Diese unblogbare Sache.
  • Morgen habe ich einen Termin bei der Zahnärztin und der wird sicher schmerzhaft (erwähnte ich, dass ich panische Angst vor zahnmedizinischen Behandlungen habe?).

Dazu gibt es viele Dinge, die ich gerne tun würde und erledigt hätte. Dass ich nebenbei ein Brot backe, einen Haufen Papierkram erledige und mein Wohnzimmer umgestalte, bemerke ich natürlich kaum.

Nach dem Rundgang habe ich meine Schritte erreicht (knapp, aber das ist ja egal) und schiebe in der Todo-Liste erst einmal einen Sack Aufgaben auf die nächsten Tage.

Jetzt ist Luft da für den Videocall mit Freund D., denn wir wollen gemeinsam Zugtickets buchen.

Abendbrot

Ich backe mal wieder ein Brot und vergesse wieder, etwas Sauerteig als Anstellgut zur Seite zu legen. Wie doof kann man sein?

Es wird diesmal ein Kastenbrot. Es wölbt sich gigantisch aus der Forme heraus.

Nachdem ich es abends aus dem Ofen geholt habe, kann ich nicht widerstehen und esse zwei gewaltige Scheiben davon. Es schmeckt mir hervorragend. Ich denke, dieses Abendessen außer der Reihe habe ich mir mal verdient.

Ich schaue noch eine Folge „Stimmt es, dass?“ und gehe gegen 21:30 Uhr zu Bett.

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