Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-01-29 Donnerstag

Nacht

Mittelgute Nacht voller Erschöpfung, aber ohne Ohrenstöpsel. Im Nachhinein hätte ich sie reinmachen sollen, denn ich schrecke immer wieder auf.

Traum von den Reisezombies

Mir träumt, ich bin mit der besten Ex-Frau von allen verreist. Wir wohnen in einer Hütte in einer Ferienanlage, aber heute ist ein Ausflug geplant. Die beste Ex-Frau von allen steigt in einen ICE und ich setze mich zu ihr. Allerdings möchte ich gar nicht bis Bamberg fahren und habe auch kein Ticket. Also steige ich in Münster aus und nehme den nächsten Zug zurück zum Ferienort. Ein Ticket löse ich noch am Bahnsteig in der Bahn-App.

Dann bin ich in einem Film, der während der Zombie-Apokalypse spielt. Ich und ein paar andere Leute sind gegen die Zombies immun und wir sitzen gemeinsam auf einer Party mit den Untoten. Die Zombies haben Spaß. Einige tanzen sogar. Wir Lebenden machen gute Mine zum bösen Spiel, fühlen uns aber maximal unwohl.

Morgen

Ich wache gegen zwanzig vor vier Uhr auf. Es greift aber die Regel „Nicht vor vier Uhr aufstehen“ und ich bleibe ruhig bis viertel nach vier Uhr im Bett liegen.

Die Waage zeigt einen so krassen Ausreißer nach oben, dass sie denkt, jemand anderes als ich müsse sich auf sie drauf gestellt haben. Erklärungsversuch: Das gestrige Futtern, die zahnmedizinische Behandlung (Cortisol, Entzündung, vielleicht die Betäubung?) und dazu viel Durst in der Nacht. Es wird ein paar Tage dauern, bis sich alles wieder eingependelt hat.

Fahrt zur Arbeit

Nasse Kälte, Schneegriesel. Der RE5 nach Köln-Süd hat ordentlich Verspätung. Diese verringert sich erst, um sich dann wieder zu erhöhen. Von der S1 keine Spur. Irgendwann sind fast alle Slots in den Zugzielanzeigern zweier benachbarter Gleise mit Ankündigungen der S1 belegt. So langsam werde ich wütend. Als ich los stapfe, um die U79 zu nehmen, fährt eine S1 ein, die ich dann sofort entere.

Mein Ärger verfliegt langsam wieder, denn ich habe ja Zeit und kann jetzt in Ruhe hier sitzen, schreiben und lesen.

Gefühle

In mir sind viele Emotionen. Da ist viel Sehnsucht, da sind Wut und Angst. Aber ich kann mich endlich besser beruhigen und selber trösten. Ich habe gelernt, dass ich diesen weichen, verletzlichen Kern in mir beschützen kann (und muss).

Morgenspaziergang

Die Welt dringt wieder in meinen Kopf ein. Alles fühlt sich auf einmal an. Die Häuser sind so hoch und sie singen so laut. Die Kälte beißt. Das Leben ist auf einmal so übervoll, dass ich zerspringen könnte. Herz und Geist wissen nicht, wohin mit sich.

Die Autos donnern vorbei. Sie donnern und donnern und das Wasser auf der Straße spritzt. Es ist manchmal unvorstellbar, dass in jedem dieser Kästen eine Seele sitzt mit einem ganz eigenen Universum darin. So viel Schätze und so viel Müll.

Doch ich lerne langsam, den Eindrücken nicht mehr zu entfliehen, sondern sie Stück für Stück auszuhalten.

Arbeitstag

Der Arbeitstag ist gedrängt. Zwischendurch emotionales Herzflattern, aber ich bekomme den kleinen Vogel eingefangen und beruhigt. Nach der Mittagspause sehr große Müdigkeit. Werde mich aber noch zwei Stunden bis zum Feierabend quälen müssen. Plan für heute: Nicht viel tun, früh schlafen gehen mit Stöpseln in den Ohren für maximale Erholung.

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