Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-02-02 Montag

Nacht

Mittelschlechte Nacht. Ich bin unruhig und muss häufig auf die Toilette. Es ist mal wieder kühler im Schlafzimmer und selbst die dickste Decke macht die Luft im Hals nicht wärmer. Ab und zu kratzt es in der Gurgel.

Traum von der Vorlesung

Mir träumt, ich wohne in einer Wohnanlage. Am Morgen stehe ich zu spät auf und setze mich mit einem Kommilitonen an den Frühstückstisch. Der Fernseher, der unter die Küchendecke geschraubt ist, plärrt Unsinn. Ein älteres Ehepaar setzt sich dazu. Dann muss ich ganz schnell los, denn bald beginnt die Vorlesung. Der Kommilitone ist jedoch entspannt und meint, ich könne ja später von ihm abschreiben. Schnell schalte ich noch den Fernseher aus, aber dann wegen des älteren Ehepaars wieder an. Die Beiden haben Verständnis.

Schnell renne ich zur Toilette, aber die Toilettenräume sind alle von den nächtens feiernden Studierenden verschmutzt. Voller Ekel renne ich zum Zimmer, denn ich muss mir ja noch eine Hose anziehen! Der Kommilitone ist langsam genervt, als ich dann auch noch mein Handy suche. Es ist in der Hosentasche!

Morgen

Der Wecker weckt mich um kurz vor fünf Uhr. Ich bin sehr müde. Die Stimmung ist aber einigermaßen gut.

Zum Frühstück Kraftfutter mit türkischer Birne. Lecker, aber auch sehr gehaltvoll heute.

Ohrenstöpselwechsel

Zur Dokumentation: Die “Sleep Deep”-Stöpsel sitzen bei mir nicht so gut und dichten auch nicht so gut ab wie die “Sleep Soft”-Stöpsel.

Herz

Da ich für meine Verhältnisse erst recht spät in Düsseldorf bin, gehe ich heute nur die kurze Strecke über Bilk. Es sind viele Menschen auf den Straßen, weil ja Busse und Straßenbahnen bestreikt werden.

Ich bemerke, dass mein Geist auf der Flucht ist. Das Herz ist heute wieder ängstlicher. Auf diesem Weg lasse ich die Musik ausgeschaltet und die Kopfhörer in ihrem Kästchen. Wovor sich das Herz fürchtet, kann ich nicht genau sagen, habe aber eine Ahnung, aus welchen Richtungen die Angst kommt. Es sind alles kleine Dinge, nichts Besonderes. Sie schichten sich aber übereinander und verstärken sich. Jetzt, wo ich das bemerke, lasse ich Gedanken und Gefühle los.

Radikale Akzeptanz.

Arbeitstag

Montag ist Thekentag. Montag ist Intranet-Tag. Ich schaffe es, mich nach einem (eher kleineren) menschlichen Konflikt nicht dafür verantwortlich zu fühlen, die Wogen zu glätten. Das ist eine neue Erfahrung für mich. Ich habe wieder gelernt, etwas loszulassen.

Früher nannte man Autos, die andauernd kaputt sind, “Montagsautos”. Ich vermute, man ging davon aus, dass in den Autofabriken am Montagmorgen alle Monteure noch muffig und vom wochenendlichen Saufen verkatert mehr schlecht als recht ihre Arbeit taten. Dieser Montag ist ein Montagsmontag.

Abend

Den Tag über habe ich viel an meiner Psyche gearbeitet. Das ist schmerzhaft und anstrengend. Immerhin kann ich mich abends dann mit etwas Spielen am Computer belohnen.

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