Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-02-05 Donnerstag

Nacht

Mittelgute Nacht unter dicken Decken. Ich bin froh um die warme Wolldecke.

Traum vom Weingut

Mir träumt, dass meine Familie den Bauernhof nebenan übernommen hat. Hier hat es ganz, ganz früher wohl eine Weinkelterei gegeben und mein Bruder möchte gemeinsam mit dem ehemaligen Handballkameraden U. den Betrieb wieder aufnehmen.

Als Freund D. zu Besuch ist, kommt mein Papa vorbei und bringt einen Eimer frischen Wein zum Probieren mit. Beim Thema Alkohol bin ich ja raus, also bekommt nur D. ein kleines Gläschen Wein. Er findet den Geschmack nichts sagend. Dann gehe ich rauf in mein Zimmer, aber hier spielen überall kleine Kinder.

Morgen, Gewicht

Der Wecker weckt um viertel nach vier und nach einem kurzen Gejammer stehe ich auf.

Das Gewicht steigt nach den zwei Tagen mit „Abendbrot“ wieder weiter an. Ich bin ein bisschen schockiert, dass ich jetzt bei 98 kg bin. Ob das an den Kohlenhydraten liegt? Sicher spielt auch die Erkältung mit rein. Aber heute geht es mir wieder besser und ich will wieder zum üblichen Fasten (Frühstück, Mittagessen und sonst nix) zurück.

Heute gibt es noch eine Portion Kohl-Nudel-Pfanne, die ich eingefroren hatte.

Wetter

Es ist frisch draußen, aber trocken. Ich bin froh um die Lederhandschuhe, die ich mir letztens gekauft habe.

Würde

Man sieht der Frau an, dass sie versucht, ihre Würde zu bewahren. Vor der Bahnhofsmission hat sie eine Decke ausgebreitet und zieht sie nun mit langen, zarten Fingern zurecht. Unter einer Wollmütze lugen zwei blasse, ängstliche Augen hervor.

Mittag

Entschlossen zu einer gewissen Pausigkeit laufe ich die Bilker Allee entlang. Es gibt dort jetzt ein Fermentationslabor. Fermentationsforschung ist Grundlagenforschung! Man kann auch Kurse und Workshops buchen.

„Ich finde Dich so toll, ich würde Dich auch sauer eingelegt nehmen!“

Kaffeeduft

Auf dem Weg zum Düsseldorfer HBF muss ich an einer Fußgängerampel warten. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht ein älterer, großer Mann. Er hält eine Papiertüte in den Händen, die er immer wieder an sein Gesicht hält. Erst denke ich, dass er Gebäck direkt aus der Tüte nascht, aber irgendwie sieht das nicht nach Bäckereitüte aus, was er da immer nach oben hält. Es wirkt eher wie eine Verpackung für Tee oder Kaffee. Ja! Er riecht an der Verpackung!

Dann springt die Ampel auf Grün und als wir aneinander vorbeigehen, steigt mir der herrliche Duft nach frisch gerösteten Kaffeebohnen in die Nase.

Herz

Heute ist mein Herz ein Stück weit geflogen, ohne danach mit der Schnauze auf der Erde zu landen. Es ist knapp am harten Asphalt vorbei gefallen.

Am HBF eine sehr schöne Begegnung.

Maske

In der S-Bahn sitze ich alleine mit einer Dame im Abteil. Da bemerke bei mir einen verstärkten Hustenreiz. Daher setze ich mir eine OP-Maske auf. Ich muss den Raum ja nicht zusätzlich mit meinen Keimen füllen. Es fühlt sich weiterhin seltsam an, so eine Maske zu tragen: Gewohnt und ungewohnt zugleich. Man hört auch immer wieder, dass Leute mit OP- oder FFP2-Masken im Gesicht von anderen Leuten blöd angemacht werden. Das ist mir zum Glück noch nicht passiert. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich männlich und einigermaßen groß bin.

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