Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-02-15 Sonntag

Nacht

Mittelgute Nacht ohne Durchfall. Die Träume sind wieder wirr. Es geht wieder um Ferienwohnungen, um mein Jugendzimmer und dass ich befürchte, mein iPhone verloren zu haben.

Morgen

Ich stehe gegen sieben Uhr auf. Die Erkältung ist noch da, hält sich aber zurück. So kann ich mit einer gewissen Menge Energie aufstellen.

Zum Frühstück Kraftfutter mit Apfel, aber ohne Trockenfrüchte und Quark. Ich möchte meinen Darm nicht überfordern. Es schmeckt mir endlich wieder gut.

Ich mäandere ein wenig herum, räume hier etwas weg und dort etwas zur Seite. Ich ärgere ich, dass ich im Wohnzimmer keinen Papierkorb stehen habe. Dann fällt mir auf, dass ich wohl einen Papierkorb im Wohnzimmer stehen habe, den aber als kleinen Mülleimer und nicht als Papierkorb nutze. Brauche ich einen Mülleimer für das Wohnzimmer, damit ich den Papierkorb seiner angedachten Nutzung zuführen kann? Doch ich habe ja noch den alten Restmülleimer aus der Küche übrig (war bisher zu faul, ihn zu entsorgen)! Also schrubbe ich ihn sauber und freue mich, dass ich jetzt (die wenigen) Abfälle im Wohnzimmer in einen richtigen Abfalleimer werfen und gleichzeitig Droh-, Geleit- und Bettelbriefe mit Grandezza in den Papierkorb versenken kann.

Kalter, ruhiger Mittag

Mit dem Darm (toi toi toi) stabilisiert sich auch die Stimmung. Mittags lege ich mich für eine halbe Stunde hin und döse ein wenig.

Als Mittagsmahlzeit mache ich mir eines der neuen „frischen“ Fertiggerichte im Pfandglas warm, die es seit Neustem im Bio-Supermarkt in Pfandgläsern zu kaufen gibt. Diesmal probiere ich Chili con Carne, dazu Vollkornnudeln. Das Chili schmeckt mir recht gut. Normalerweise würde ich wegen dem „Chili“ im Namen des Gerichts nachschärfen, aber das möchte ich meinem Verdauungstrakt nicht zumuten. Dazu trinke ich ein Leffe blond alkoholfrei. Zum Nachtisch gibt es eine Banane.

Verdauungsängste

Gerne würde ich einen Spaziergang machen, aber ich habe zu große Angst, dass der Durchfall wiederkommt. Also warte ich lieber bis morgen. Wenn es bis dahin klappt mit dem Töpfchen, dann darf der Flusskiesel auch wieder zum Spielen raus.

So langsam beginne ich, den Kaffee zu vermissen, aber auch das traue ich mich noch nicht.

Kaffeeeeeeeeee!!

Ich gehe die Post durch und finde eine Karte, die ich bereits vor Tagen aus Bonn erhalten habe. Flugs schreibe ich eine Antwort und dann noch eine Postkarte an die beste Ex-Frau von allen. Da ich ja jetzt eh das Haus verlassen muss, um die Karten in den Briefkasten zu werfen, setze ich mich ins Caffe Fiore. Ich bin mutig und will jetzt doch einen Kaffee trinken! Zum Glück erhöht eine sehr lange Wartezeit (ich nehme an, meine Bestellung wurde vergessen) die Vorfreude und ich bekomme so mehr Gelegenheit, die Biographie von Wiglaf Droste in Angriff zu nehmen (passenderweise lautet ihr Titel „Die Welt in Schach halten“), die schon zu lange ungelesen in meinem Bücherregal lag.

Der Kaffee ist köstlich und untenrum in mir drin zwickt und zwackt rein überhaupt nichts.

Nach dem Genuss von Lektüre und Heißgetränk drehe ich mutig noch eine Runde um den Block, dann schicke ich die postalischen Grüße auf ihre Reise. Nun wird mir aber kalt (die Temperaturen sind wieder gesunken in den letzten Tagen) und ich gehe zügig nach Hause. Wenn die Verdauung stabil bleibt, will ich morgen am Rosenmontag mit dem Winterparka eine weitere Runde drehen!

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