Ich sitze da in diesem Zug und draußen ist es schon dunkel. Es ist irgendwie kalt, obwohl meine Hände noch warm sind vom Marsch durch die Nacht. Sogar ein bisschen getrabt bin, denn ich wollte den Zug noch bekommen. Der Zug wackelt und rappelt, obwohl er sich doch so sehr um ein modernes Image bemüht. Ich sitze so da und fühle dem Wanken hinterher, als ich plötzlich beinahe aus der Welt gleite. Gerade noch rechtzeitig fange ich mich wieder ein und bleibe in unserer Form der Wirklichkeit sitzen. Nun sitze ich wieder, während draußen leuchtende Wohnzimmerfenster vorüberziehen.
Ich ärgere mich ein wenig darüber, dass es mir beinahe wieder passiert wäre, aus der Welt zu gleiten. Bin wohl nachlässig geworden, weil es schon seit einiger Zeit ruhig um das Weltgleiten geworden ist. Früher habe ich diese Welt häufiger verlassen. Es geht ja ganz einfach: Man passt einen Moment nicht auf und schon ist man in einer der Zwischenwelten. Hier ist meist alles so grau und taub. Die Menschen sind unnahbar und man kann ihre Gesichter nicht richtig erkennen. Eine Zeit lang habe ich versucht, mit den Menschen in der Zwischenwelt Kontakt aufzunehmen und habe mich bemüht, ihre Gesichter anzuschauen, aber dann habe ich einmal klar gesehen und erkannt, dass die Gesichtszüge der Menschen dort alle vollkommen entgleist sind. Also lieber nicht hinsehen!
Wechselt man nicht in der Stadt sondern auf dem Land in die Zwischenwelt, sieht man auch Tiergeister und tote Götter, was aber auch keine wesentliche Verbesserung darstellt. Irgendwann hätte ich mich beinahe in der Zwischenwelt verloren und habe mich darin geübt, ganz und gar in „unserer“ Welt zu bleiben. Das klappte mit genug Übung immer besser, aber man darf wohl niemals nachlassen in der Aufmerksamkeit.
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