Nacht
Unruhige Nacht. Dazu große Erschöpfung. Ich weiß nicht, ob die Ursache körperlicher oder seelischer Natur ist. Einerseits bin ich seit Tagen schon unruhig, andererseits scheint sich wieder eine Erkältung anzuschleichen. Die erzwungene Ernährungsumstellung macht es auch nicht leichter.
Traum von der Bootsfahrt
Mir träumt, ich bin mit D. in Wien. Die alten Handballkameraden sind auch in der Stadt. Wir verabreden uns in einem Biergarten. Da ich in der Traumwelt unterwegs Alkohol trinke, habe ich beim Tigern durch die Straßen insgesamt vier Gläser Bier getrunken und bin leicht angedüdelt. Die Handballkameraden hängen in den Seilen, haben vielleicht zu viel gesoffen in der letzten Nacht. Also machen D. und ich eine Bootsfahrt auf der Donau. Unser Elektroboot saust mit einem Affenzahn im Autopilot über das Wasser. Als D. dann bei einem Halt aussteigt, muss ich alleine weiterfahren. Da die Fluss sehr eng wird, habe ich Sorge, dass wir nicht auf der richtigen Seite fahren und mit dem Gegenverkehr zusammenstoßen. Ich schalte auf manuelle Steuerung um, aber der Joystick für das Ruder besteht nur aus einem Schälmesserchen, dass in eine Kugel gesteckt worden ist. Das Messerchen fällt ständig heraus, was mich sehr frustriert.
Morgen
Ich bleibe erschöpft bis ca. sechs Uhr im Bett liegen. Gedanken an eine Krankmeldung schiebe ich zur Seite, da ich ja schon wegen der Vorsorgeuntersuchung in dieser Woche fehlen werde. Außerdem habe ich Thekendienst und ich möchte nicht, dass meine Vertretung „ran“ muss.
Das Frühstück fällt wegen des Darms heute aus. Mittags wird es ein Baguette mit Hähnchenschnitzeln geben. Das bleibt die einzige Mahlzeit des Tages, denn ich möchte den Darm nicht übermäßig gefüllt haben, wenn ich morgen Abend mit der Einnahme des Mittels beginne.
Ich denke, ich werde die verehrten Lesefröschlein mit allzu intimen Details meines Verdauungsapparates verschonen. Ich schreibe eh schon genug vom Essen und Verdauen.
Arbeit
Auf der Arbeit sind wir nur zu zweit, weil so viele Kolleginnen krank sind.
Zu Mittag esse ich ein mit Hähnchenschnitzel belegtes Baguette. Mehr gibt es heute nicht. Das Fasten fällt mir aber leicht, weil ich es ja schon gewohnt bin.
Trotzdem freue ich mich schon darauf, am Mittwoch nach der Untersuchung wieder alles (Müsli!!!!) essen zu können. Ich male mir genüsslich Essensszenarien aus.
Am Nachmittag habe ich wieder die Gelegenheit, meinen Umgang mit bestimmten Ängsten und schmerzhaften Emotionen zu üben. Da trifft es sich ganz gut, dass ich vorher darauf verzichtet habe, noch einen nächmittäglichen starken Kaffee zu trinken. Koffein-induzierte Unruhe würde den Zustand nämlich nur noch verschlimmern.
Ich kann die Angst spüren und zulassen, ohne mich von ihr beherrschen zu lassen. Die Angst ebbt dann auch wieder ab und im Sand, den sie zurücklässt, finde ich dann auch noch einen schönen, glitzernden Stein.
Heimfahrt
Weil im Nahverkehr ein kleiner Huddel ist, nehme ich die S1 und freue mich mich über die längere Fahrtzeit, weil ich so schon mal die Tagesnotizen in Ulysses tippen kann.
Postkarten
Zwei Postkarten aus Bonn sind angekommen. Die eine beantworte ich und werfe sie in den Briefkasten. Die andere kommt in den nächsten Tagen dran. Es macht mir Freude, Karten zu bekommen und zu versenden.
Notizbuchvorfreude
Ich schreibe wieder mehr in meine Notizbücher. Für längere Sätze ist das DIN-A6-Notizbuch eher nicht so geeignet. Das DIN-A5-Notizbuch ist aber schon für die Arbeit reserviert. Ich habe mal versucht, die Sphären zu mischen, aber da ich mein Notizbuch gerne aufgeschlagen auf dem Schreibtisch liegen habe, wäre es dann doof, wenn jeder Tagebucheinträge von mir lesen könnte.
Also bestelle ich mir ein neues DIN-A5-Notizbuch bei Leuchtturm. Beim Bestellen sehe ich, dass es jetzt auch Stiftschlaufen für große Stifte gibt und ich darüber freue ich mich, denn dann könnte ich das „große“ private Notizbuch mit einem Füller versehen.
Ich freue mich wie ein Kind auf die Lieferung.
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