Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-03-03 Dienstag

Morgen

Ich stehe gegen fünf Uhr auf. Zum „Frühstück“ gibt es vier Scheiben Toast ohne was drauf und eine Tasse Brühe. Das wird meine einzige Mahlzeit heute sein.

Obwohl ich so wenig gegessen habe (gestern nur das eine belegte Baguette zu Mittag), mache ich einen kleinen Morgenspaziergang für die Nerven.

Ich vermisse mein Müsli. Vielleicht werde ich morgen nach der Untersuchung auch einfach eine große Schüssel Müsli essen. Oder einen Grillteller.

Das Fasten ist aushaltbar, aber es nervt doch. Zum Glück bin ich Zeiten ohne Essen gewohnt. Vielleicht ist das ja auch eine gute Gelegenheit, meine Essgewohnheiten wieder zu resetten. Denen habe ich nämlich in der letzten Zeit weniger Aufmerksamkeit gewidmet, als gut ist.

Arbeitstag

Der Arbeitstag ist heute kurz. Eine Kollegin und ich geben eine kurze Veranstaltung zur Parlamentsdatenbank NRW, danach „gleite“ ich, d. h. ich mache Feierabend und baue Überstunden ab. Ich bin total müde, unkonzentriert und mir ist kalt.

Ich lege mich in den Schwingsessel und schlafe zwei Stunden. Immer wieder werde ich leicht frierend wach.

Gürtel

Mein Gürtel ist kaputt, weil die Schnalle gebrochen ist. Aus einer Schachtel ziehe ich noch einen Gürtel aus meiner Dickzeit. Dem verpasse ich ein paar zusätzliche Löcher und kürze ihn mit einem Seitenschneider. Immerhin konnte ich improvisieren.

Spaziergang

Am späten Nachmittag treibt mich die Frühlingssonne in den Stadtwald. Bevor ich das Abführmittel nehmen muss, möchte ich noch etwas frische Luft tanken. Durch die Bewegung wird mir auch wieder warm. Sicher hilft auch der dicke Pullover, den ich unter der Übergangsjacke trage.

An meinem Lieblingsplatz im Wald blogge ich eine Runde.

Nacht

Mittelgute Nacht.

Traum vom Besuch

Mir träumt, F. B. kommt mich in meiner kleinen Bude besuchen. Er hat Bier mitgebracht. Schelmisch fragt er mich, ob ich Weizenbier mag. Ich erzähle ihm, dass ich seinerzeit nach der Trennung Weizenbier für mich entdeckt habe, aber ja nur noch alkoholfreies Bier trinken würde. Da holt er aus dem Kühlschrank zwei Flaschen „Josef-Bräu Alkoholfrei“ aus Stuttgart. Sofort suche ich Gläser für uns. Ein Weizenbierglas habe ich noch. Das gebe ich dem Besuch. Für mich will ich ein anderes Glas spülen, aber es will einfach nicht sauber werden.

Später sitze ich im Wohnwagen auf dem Klo. Ich habe mein Smartphone in der Hand, denn ich recherchiere nach einer Möglichkeit, die spitzen Pilze aus meinen Haaren zu bekommen. Ich hörte von einer „Altbierkur“ für die Haare und will nachsehen, ob das auch mit alkoholfreiem Bier geht.

Der Wohnwagen fährt plötzlich los und ich weiß nicht, ob ich auf dem Klo sitzen bleiben darf.

Abend

Nachdem ich das Mittel genommen habe, dauert es ca. 1,5 Stunden, bis die Wirkung eintritt.

Ich sehe die Doku „Der Jahrhundertspion“ zu Ende und sie gefällt mir unglaublich gut. Es ist faszinierend, einem Hundertjährigen zuzuhören, wie er über das Spionagehandwerk berichtet. Er braucht auch kaum Rücksicht auf jemanden zu nehmen, weil die Leute eh schon alle tot sind.

Das zur Zeit unter Beschuss stehende Mullah-Regime im Iran ist übrigens auch ein unfreiwilliges Produkt der CIA-Aktionen, wie Peter Singer erklärt.

Zeitig zu Bett.

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