Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-03-03 Mittwoch

Nacht

Die Nacht ist wie zu erwarten sehr unruhig, weil ich dauernd auf die Toilette muss. Immerhin habe ich nicht dieses Krankheitsgefühl, wie wenn ich „Magen-Darm“ habe.

Traum vom Theater

Mir träumt, dass ich eine Theatervorstellung besuche. Es handelt sich um die Aufführung eines progressiven Laientheaters. Im Traum sitze ich im Rollstuhl und rolle durch den Mittelgang der Stuhlreihen an meinen Platz. Da ich recht früh da bin, ist es noch recht leer. Ich bin sehr überrascht, dass mir plötzlich Joël entgegen kommt. Sicher hat er hier beruflich zu tun, denke ich. Aber er erkennt mich natürlich nicht und ich möchte auch nicht stören.

Jemand fragt mich, ob ich bereit wäre, bei der Aufführung auch mal auf die Bühne zu kommen. Man wolle jemanden aus dem Publikum holen. Dazu müsse ich aber ein paar Schritte zu Fuß gehen. Ich sage zu, weil es so meine Art ist und sorge mich ab dann, dass ich etwas falsch machen könne.

Mir träumt auch noch etwas von der Arbeit, was ich aber auf gar keinen Fall anonymisiert bekomme, weswegen es im privaten Tagebuch landet.

Morgen

Der Wecker weckt um vier Uhr. Nach der Morgenmeditation nehme ich die zweite Tüte des Mittels. Dann lege ich mich in den Schwingsessel und döse zwischen den Klogängen.

Gegen sieben Uhr hat sich der Darm wieder beruhigt und ich packe meinen Rucksack (auf dem Infozettel steht: „BRINGEN SIE EIN BADETUCH MIT!“) und dusche mich. Draußen wartet ein freundlicher Morgen.

Die Vorfreude auf das Essen ist sehr so mittel. Momentan könnte ich auch einfach weiter fasten (mache ich aber nicht). Neben der Knifte, die ich mir für nach der Untersuchung mitnehmen werde, steht mein Essensplan auch schon fest: Es wird eine schöne, große Schüssel Müsli mit Joghurt und frischem Obst geben!

Darmspiegelung

„Große Hafenrundfahrt“ sagen die einen, „Inspektion des gammeligen Achterdecks“ sagen die anderen. Ich mit meiner flippigen Art nenne es „Darmkrebsvorsorge“.

Zugegeben, ich bin schon ein bisschen nervös, als ich im Ärztezentrum einchecke. Tatsächlich wird die Plastikkarte mit Aufrufnummer am Empfang eingescannt. Ich vermute, dass man so in der Praxis weiß, dass ich schon da bin und im Wartebereich sitze. Ich liebe eine gute Organisation!

Man ist total freundlich zu den Patienten. Viele sind sicher auch wie ein wenig raschelig. Schnell habe ich mich entkleidet und so eine höchst peinliche Netz-Unterhose angezogen (No Kink Shaming!). Ein wenig muss ich auf einer Liege liegen, dann bekomme ich das Narkosemittel gespritzt. Kurz darauf fragt mich der Arzt, wie es mir geht. Mir geht es gut und meinem Darm wohl auch.

Im Aufwachraum bekomme ich einen Kaffee (KAFFEE!!!!). Bis auf einen Mitpatienten, dem wohl ein wenig flau ist, herrscht hier eine entspannte Gammel-Atmosphäre. Von vier Gammlern liegt einer flach (der erwähnte Flaumann), zwei lesen in einem E-Book-Reader, ich in meinem iPad. Das scheint mir erwähnenswert.

Die beste Ex-Frau von allen wartet derweil draußen auf mich, weil ich wegen der Narkose ja Begleitschutz brauche.

Meinem Darm geht es bestens, er hat noch nicht einmal Polypen. Das freut mich sehr, denn ich bin ein Kandidat für eine familiäre Vorbelastung.

Die beste Ex-Frau von allen und ich fahren nach Neudorf und essen bei Olga. Mich gelüstet nach Ungesundem (toppt nur knapp eine Schüssel Müsli, aber die ist ja eh morgen dran.

Im Bauch rumpumpelt es, aber die Verdauung scheint gut zu funktionieren. Bei mir daheim lege ich mich für eine halbe Stunde hin, während die beste Ex-Frau von allen ein wenig im Homeoffice arbeitet. Dann trinken wir zusammen Kaffee und hilft mir eine Originalzeichnung von @kriegundfreitag aufzuhängen, die sie mir besorgt hat.

Platzhalter
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Dann macht sich die beste Ex-Frau von allen auf den Weg. Ich bleibe daheim, ruhe mich aus und widme mich ein paar Häuslichkeiten. Auf Spaziergänge, Einkäufe etc. verzichte ich lieber, da ich dem Braten bzw. meinem Darm noch nicht ganz traue.

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