Nacht
Schlaf von 19 bis 7 Uhr. Die Träume sind derart ausufernd, dass ich sie nicht alle aufschreiben kann.
Morgen
Es ist trüb und nass draußen. In mir drinnen flackert ein kleines Flämmchen von Energie.
Das Gewicht ist mal wieder um 3 kg nach oben geschossen. Das kenne ich ja nun schon. Es geht auch wieder runter.
Blick über den Zaun
Die Kaltmamsell hat auch mit einer Schwärze zu kämpfen. Ich hebe kraftlos den Arm zum Gruß und schalte die Tageslichtleuchte an.
Loslassen
Einatmen.
Ich lasse los.
Einatmen.
Ich lasse los.
Einatmen.
Ich lasse los.
Zurück bleibt ein Sediment aus Traurigkeit.
Field Writing
(Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob ich den Begriff „Field Writing“ korrekt benutze. Für mich ist es einfach, draußen und unterwegs zu schreiben.)
Nieseltag, Regentag, Kalttag. Ich gehe trotzdem raus. Wozu hat der feine Herr sich denn eine Regenjacke gekauft. Die Welt ist von einem feuchten Glanz überzogen, als ob sie geweint hätte. Der Bronzemann am Soldatenfriedhof hat keine Kraft mehr. Er hat ja auch einen Krieg verloren. Da geht es mir doch nicht ganz so schlecht.
Ich poste ein Foto in meine Signal-Story, denn es gibt Leute, die kennen mich besser als die Lesefröschlein und die drehen vor Sorge bald durch wenn ich eine Weile lang überhaupt nichts von mir hören lasse. Also bekommen sie ein Bild von einem zusammengekauerten dünnen Mann.
Im Kaiserberg sitzt kein Barbarossa. Hier stromern nur Hündchen mit ihren Herrchenfrauchen als Grüppchen und freuen sich einen Ast. Als ob es hier nicht schon genug Äste gäbe.
An der gammeligen Pausenhütte liegen keine Kondome herum, aber eine Rose lässt traurig die welken Blätter hängen.
Der mitgebrachte Tee hat eine leichte Kaffeenote dabei. Sie ist in der Thermosflasche mitgereist.


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