Nacht
Ziemlich schlechte Nacht. Der Thronfolger kommt erst spät nach Hause und obwohl er schon groß ist, mache ich mir als Vater doch Sorgen, wenn er „op jück“ ist.
Traum vom reichen Stadtteil
Mir träumt, ich wandere in Duisburg herum. Irgendwann gerate ich in einen recht wohlhabenden Stadtteil. Hier schmiegen sich kleine Läden und Zeitarbeitsfirmen in reetgedeckte Häuser. Ich gehe in die Filiale eines Bistros, dass ich kenne und bestelle ein Baguette mit Salami und Käse. Die Besitzerin bringt es mir. Den Preis von acht Euro bezahle ich mit einem Zehn-Euro-Schein. Als Wechselgeld bekomme ich ein Euro-Stück und unglaublich viel Kleingeld. Ich lache, als ich den Centhaufen in das Kleingeldfach meiner Brieftasche purzeln lasse. Die Bistro-Besitzerin und ich scherzen darüber, dass man Kleingeld jetzt ja einfach in der Sparkasse in einen Automaten werfen kann. Dann überreicht sie mir wortlos eine Visitenkarte von sich. Sie hat offensichtlich Interesse an mir. Ich stecke die Visitenkarte ein. Auch wenn ich die Frau ganz sicher nicht kontaktieren werde, fühle ich mich sehr geschmeichelt.
Auf dem Rückweg muss ich einen Spielplatz überqueren. Der ist total schlammig. Leider kann ich den Schlamm nicht umgehen und als ich einen falschen Schritt mache, versinke ich bis zur Hüfte im Schlamm. Ich rufe um Hilfe, aber die Eltern, die mit ihren Kindern auf dem Spielplatz sind, ignorieren mich. Statt ihrer kommen Kinder angelaufen und helfen mir aus dem Matsch.
Morgen
Ich stehe gegen acht Uhr auf. Das Gewicht ist wieder runter gegangen auf 94,6 kg. Hoffentlich kann ich das Plateau bei 95 kg überwinden.
Schon gestern habe ich kein Ibuprofen mehr genommen und auch heute Morgen komme ich ohne eine Tablette aus. Das gibt mir Hoffnung. Das Antibiotikum nehme ich aber auf jeden Fall bis zum Ende der Packung.
Spätes Frühstück gegen neuen Uhr. Ich werfe die mitgenommen belegten Restbrötchen von gestern in den Ofen. Ich esse vier halbe Brötchen mit dem Belag, von dem ich annehme, dass ihn der Thronfolger eh nicht mag. Weizenbrötchen sind echt kleine Luftballons, denn ich könnte auch die doppelte Menge davon essen. Allerdings ist die letzte Mahlzeit nun schon bald 20 Stunden her, da darf eine gewisse Unersättlichkeit des Magens erlaubt sein. Da ich aber bald schon zu Mittag essen werde, darf der Hunger jetzt aber auch ein Stück weit unbefriedigt bleiben.
Altes Fischhaus
Der Thronfolger und ich laufen nach Duisburg-Hochfeld und gehen im „Alten Fischhaus“ essen. Hier erfüllen wir die notwendige Alman-Quote, denn außer uns beiden findet man nur auf den Tellern Kartoffeln. Für uns ist das ein Zeichen von Qualität und tatsächlich schmeckt uns die Fischplatte hervorragend. Da ich sehr hungrig bin, bestelle ich mir entgegen der Warnungen meines Sohnes noch Bratkartoffeln und Salat dazu und es ist natürlich alles viel zu viel. Wir lassen uns den Rest einpacken.
Kerzen
In der Küche steht ein Kerzenständer aus Metall. Er hält zwei gläserne Tropfen, in die man Kerzen stellen kann. Diesen Ständer haben die beste die beste Ex-Frau von allen und ich damals von meinem Kinderfreund D. zur Hochzeit geschenkt bekommen. Einmal ist so ein Glastropfen kaputt gegangen und wir waren sehr froh, dass wir welche davon nachbestellen konnten. Bis heute habe ich einen oder zwei Ersatztropfen im Schrank liegen. Da man in die Tropfen alle möglichen Kerzen hineinstellen kann, nutze ich die dunkle Jahreszeit dazu, alle möglichen Kerzen, die ich mal geschenkt bekommen habe, abzubrennen. Bald sind die Schenke-Kerzen verbraucht. Dann kommt die kleine Lampe wieder auf den Tisch, die wir damals auf der Vernissage der ungarischen Künstler im Garten der Ungarisch-Lehrerin von der besten Ex-Frau von allen gekauft haben. Dort kommt ein Teelicht unten rein und oben kann man Duftöl oder -wachs reintun.
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