Nacht
Die Beine, der Rücken und der Po schmerzen durch den Muskelkater, aber ich kann dennoch gut einschlafen. Zwischen die Knie klemme ich ein flaches Kissen, wie man es mir hier in den Kommentaren geraten hat und das hilft tatsächlich.
Traum vom Ausflug
Mir träumt, ich gehe zu einem kleinen Laden, in dessen Eingangsbereich ich an einem Tisch sitze und auf meinem iPad etwas lese. Ich möchte irgendeinem Film hinterher recherchieren, aber ich finde nicht die gewünschten Informationen. Dann laufe ich rüber, denn ich will mich mit Freunden treffen. Die Freunde sind seltsam gelaunt und irritiert. Sie haben Kölsch dabei. Auf den Flaschen sind merkwürdige Aufdrucke. „Wir machen Schluss! Danke für zehn schöne Jahre! Euer Kiosk!“ steht da geschrieben, doch die Jahreszahlen sind irgendwie falsch. Ich möchte meinen Freunden vorschlagen, dass sie doch mal zum Kiosk gehen und fragen könnten, aber dann müssen wir los zum Schulausflug!
Ich laufe zur U-Bahn und stelle fest, dass ich keine Schuhe an den Füßen habe. Doch darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Zwei Schulkinder mit türkischem Migrationshintergrund suchen ihre richtige Bahn. Offensichtlich haben sie keinerlei Ahnung, in welche Richtung sie fahren sollen. Ich sammele die beiden ein und wir nehmen die Rolltreppe runter zu den Gleisen. Ich weiß zwar jetzt nicht, welche Bahn wir konkret nehmen sollen, aber jetzt kennen die Jungs sich aus.
Gewicht
Das Plateau bei 95 kg ist weiter stabil. Allerdings habe ich gestern über 34.000 Schritte (ca. 25 Kilometer) gemacht und da ist es auch ganz normal, dass sich die beschädigten Muskeln und Gelenke mit Wasser vollsaugen und das Gewicht kurzfristig erhöhen. Das Kaloriendefizit dürfte nämlich recht groß gewesen sein durch das lange Laufen an der kalten Luft. Salz ist sicher auch noch reichlich im System vom Fisch am Samstag. Ich fühle mich dynamisch und stark, auch wenn ich überall leichten Muskelkater habe.
Weg zur Arbeit
Für heute habe ich den Wecker auf fünf Uhr gestellt, denn mir war klar, dass der Körper Ruhe brauchen würde. Der Wecker (zur Zeit WDR 2 via DAB) weckt mich dann auch. Zum Frühstück Kraftfutter mit den restlichen dunklen Weintrauben.
Die Züge Richtung Düsseldorf haben alle Verspätung. Da sich beim RE 5 nach Koblenz die Verspätung gerade erhöht, steige ich kurzerhand in die S1. So habe ich wenigstens genügend Zeit zum Bloggen und zum Lesen. Meine Lieblingskollegin fährt jeden Tag von Gelsenkirchen nach Düsseldorf und macht dabei eine regelrechte Ochsentour. Da will ich mich nicht beschweren.
Emotional Shutdown, Depersonalisierung
Im Laufe des Tages depersonalisiere ich mehr und mehr. Mein inneres Erleben wird immer kleiner, ich schwächer, stirbt ab. Die äußere Hülle funktioniert noch weiter. Ich agiere mehr oder weniger wie ein Roboter. Gleichzeitig setzt ein starker Fluchtreflex ein: Ich möchte weg von anderen Menschen, will unbedingt alleine sein. Nur mit Mühe kann ich mich selber noch spüren und halbwegs im Moment bleiben. Das Aufschreiben hier hilft mir dabei, denn so kann ich mehr oder weniger eine Beobachterposition einnehmen und verliere mich nicht ganz so schnell im Gefühl.
Bei mir kommt das in Momenten großen emotionalen Stresses vor. Die Episoden dauern zum Glück meist nur wenige Stunden an und enden mit einer ziemlichen Erschöpfung. Meist muss ich danach sehr viel schlafen.
Ich muss nur aufpassen, mich nicht vollkommen zu verlieren. Zum Glück fahre ich kein Auto oder bediene schwere Maschinen. Auch kann ich während meiner Arbeit niemanden verletzen. Es kann höchstens sein, dass ich seltsame Dinge tue. Z.B. verstecke ich manchmal Dinge und kann mich später nicht mehr daran erinnern, wo sie gelandet sind. Ich habe auch schon mal eine absurd große Menge Schinken eingekauft. Aus der Einkaufstüte habe ich seinerzeit auch zu meiner Überraschung ein DAB-Radio gezogen. Immerhin leistet es mir in der Küche seitdem gute Dienste.
Mit der Zeit geht es wieder besser. Ich atme (4-7-8-Atmung), ich trinke kaltes Wasser und ich lasse mir kaltes Wasser über die Handgelenke laufen. Die Lieblingskollegin unterhält sich mit mir über Mangas und das beruhigt mich auch.
Jetzt weitet sich mein Blick wieder ein wenig. Mir fällt auf, dass in der letzten Zeit doch einiges an meinen Kräften gezehrt hat: Der Verlust der Schwieger-Omi, die Sorge um einen mir sehr nahen Menschen, die Angst vor dem Zahnarzt, das Ende der Freundschaft. Dazu war ich häufig auch nicht alleine. Auch wenn ich nun schon drei Jahre trocken bin, fehlt mir noch immer die (vermeintlich) leichte Lösung, Probleme wegzutrinken. Sie einfach wegzuessen funktioniert ja seit 1,5 Jahren auch nicht mehr. Als ich gestern gewandert bin, ist mir aufgefallen, dass mein Sehfehler (ich schiele leicht) schlimmer geworden ist. Erst hatte ich gedacht, ich würde einen Migräneanfall bekommen, aber das war es nicht. Mein Gehirn bekommt nur momentan noch schlechter als sonst die beiden Bilder der Augen übereinander. Die Flächigkeit der Welt verstärkt das Gefühl, dass die Realität irgendwie falsch ist.
Übrigens passiert der ganze Kram, während ich auf der Arbeit bin und immer wieder in soziale Situationen verstrickt werde („verstricken“ ist in diesem Zusammenhang vielleicht ein seltsames Verb, aber es fühlt sich so an).
Ich kann mir spontan den nächsten Tag frei nehmen und das nimmt mir eine Menge Druck. So kann ich mich mit mir selber befassen und Dinge tun, die gut für ich sind.
Feierabend, Abend
Ich bekomme den Arbeitstag dann noch ganz gut rum. Abends bin ich vollkommen fertig und gehe sehr zeitig ins Bett.
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