Kieselblog

Flusskiesels Tagebuch

2026-01-30 Freitag

Nacht

Mittelgute Nacht. Ich muss mehrmals nachts raus wie auch Millionen Deutsche nachts raus müssen. Ohrenstöpsel bis ca. 2 Uhr.

Traum von der Untersuchungshaft

Mir träumt, dass Freund Th. mich besuchen kommt. Er bringt erstaunliche Mengen alkoholfreies Radler mit. Ich trinke so etwas ja nur noch selten, aber aus Höflichkeit halte ich beim Trinken wacker mit. Th. eröffnet mir, dass ein Kollege auf einen Scam hereingefallen ist, welche darin besteht, dass Serveradministratoren dazu verleitet werden, illegal Lizenzen aus Afrika herunter zu laden, um sie später gewinnbringend zu verkaufen. Dabei werden sie aber getrackt und später angezeigt. Nun verdächtigt man uns des Lizenzdiebstahls und wir sollen für die Untersuchungshaft vorstellig werden. Th. ärgert sich darüber, dass wir nicht vorher angehört werden und übergibt mir meinen Vorgang, ein dickes Bündel Papier.

Beim Untersuchungsgefängnis ist man recht locker und beginnt mit dem Haft-Prozedere. Mir wird ganz schön mulmig, als wir unsere Sachen abgeben und uns bis auf die Unterhose ausziehen müssen. Auch hier will man uns nicht anhören. Große Sorgen mache ich mir auch, wie meine Familie auf meine Verhaftung reagieren wird.

Später werden wir dann ganz plötzlich doch entlassen. Da fällt mir siedend heiß ein, dass ich ja noch auf den kleinen Sohn einer Nachbarin aufpasse! Zum Glück geht es dem Kleinen gut. Er hat nur ziemlichen Hunger. Wir gehen auf die Fressmeile zu einem türkischen Kaffee. Ich bestelle bei der jungen Türkin einen Frühstücksteller und einen großen Brotkorb. Als ich aufzähle, welche Brotsorten wir haben wollen, ist sie wegen der schieren Menge beeindruckt. Auch gefällt ihr wohl, wie einfühlsam ich mit dem Kind umgehe. In der Folge sucht sie meine Nähe. Sie stupst mich zärtlich an und ich kann ihre Wärme spüren. Ich fühle mich sehr geschmeichelt, aber auch ganz schön verunsichert. Wie soll ich darauf reagieren? Will ich das überhaupt? Ich weiß es nicht!

Später sitzen wir mit einem älteren Herren am Tisch. Das Kind kann endlich essen. Ich nehme mir ein Stück Käse und erzähle von der Begegnung mit der jungen Türkin. Dabei erhoffe ich mir einen Rat von dem erfahrenen Mann, ernte jedoch nur Altherrenwitze.

Morgen

Ich stehe gegen zwanzig nach vier Uhr auf. Die Stimmung ist recht aufgeräumt, auch wenn das Herz ein bisschen in Schieflage ist. Die Angst, die ich sonst aber in solchen Momenten verspüre, ist aber ganz klein geworden, denn ich kann mich jetzt besser um mein Herz kümmern.

Ins Kraftfutter kommen große Weintrauben. Ich packe eine türkische Birne ein und bin gespannt, wie die wohl ankommt.

Arbeitstag

Mit viel Energie begonnen, dann aber stark nachgelassen. Freund Th. (ja, der aus dem Traum!) kommt vorbei und erzählt mir den neuesten IT-Gossip. Wieder was gelernt. Allerdings muss ich auf meinen Mittagsspaziergang verzichten, weil die Lieblingskollegin ja auch Pause machen muss.

Ab 13 Uhr überkommt mich eine große Müdigkeit und ich koche mir eine große Tasse Kaffee.

Am Nachmittag seltsames Gerumpel in den Eingeweiden. Nicht schlimm, eher unangenehm. Gerumpel halt. Es gibt einen Demo-Aufruf, wo Zeit und Ort fehlen. Ich finde die Vorstellung lustig, dass man das vergessen kann.

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