Nacht
Unruhige Nacht. Ich wache ständig wieder auf, denn die innere Unruhe bleibt unterschwellig vorhanden. Trotzdem finde ich immer wieder Schlaf, zum Teil ist er sogar tief.
Traum vom Ausmessen
Mir träumt, mein Vater und ich fahren mit dem elterlichen Auto nach Düsseldorf. Ich sitze am Steuer und kurve durch die engen Gassen der englischen Altstadt. Auf einem Trümmergrundstück parke ich ein, obwohl ich ständig fürchte, an einem Felsbrocken hängen zu bleiben. Ein Teil des Parkplatzes steht wegen des alten Schwimmbeckens unter Wasser.
Als der Wagen endlich steht, steigen wir aus und betreten ein altes Haus. Hier messe ich die Räume aus, doch wir werden vom jungen Besitzer entdeckt. Mit etwas Mühe lasse ich den Gliedermaßstab in meiner Jacke verschwinden. Mir ist die Sache entsetzlich peinlich, aber der junge Mann denkt, wir wollten das Gebäude kaufen und zeigt uns geduldig alles. Als wir uns endlich aus dem Haus herausgeredet haben, fotografiert der Hausbesitzer noch das Kennzeichen unseres Autos.
Morgen
Ich snooze großzügig bis um halb sechs. Heute möchte ich mich mal davon lösen, immer möglichst früh unterwegs und auf der Arbeit zu sein. Stunden sind genug auf dem Konto und der heutige Arbeitstag wird sowieso lang.
Zum Frühstück Spiegeleier mit Schinken auf Brot, denn ich darf bis nächsten Mittwoch ja kein Müsli mehr essen. Schmeckt mir sehr gut, auch wenn ich sehr die gewohnte Routine vermisse.
Mein inneres Lied
Innere Unruhe seit gestern. Mir fällt auf, dass ich mein Lied nicht mehr hören kann. Eine Zeit lang glaubte ich, dass es das Lied als ein “echtes” Lied im Außen geben könnte, doch nur ich selber kann mein eigenes Lied hören. Manchmal erinnert mich ein Song an mein inneres Lied und das berührt mich dann sehr.
Das Hören von Musik hilft mir dabei, mein inneres Lied, mein Herz wieder zu hören. Als es in mir wieder erklingt, geht es mir besser. Ich bin mehr bei mir, kann mich besser spüren.
Als Kind mochte ich keine Musik. Vielleicht, weil ich mich selber nicht spüren wollte?
Ich denke darüber nach, ob es überhaupt möglich ist, mir selber die Liebe zu geben, die ich so vermisse. Eher wird die Lücke für immer bleiben und mein inneres Lied wird ein Trauriges sein.

Mittagspause
Mittags esse ich die erste Portion Schupfnudeln mit Sucuk und Rosenkohl. Da ich keine Lust habe, in die Teeküche zu laufen, esse ich meine Portion kalt aus dem Transportgefäß. Es schmeckt mir sehr gut und ich bin mal wieder beeindruckt, wie schmackhaft einfache Zutaten mit ein wenig Sojasoße sein können.
Morgen gibt es noch einmal das gleiche Essen und dann wird mein Speiseplan weiter eingeschränkt.
Streng genommen kann ich auch mal Hähnchen mit Pommes essen.
In der Pause gehe ich in den Florapark und kann endlich mal wieder hier sitzen und den Enten dabei zusehen, wie sie Entendinge tun.
Eine groß gewachsene, schöne und sehr kühle Frau setzt sie auf die Bank neben mir. Sie knotet sich die langen braunen Haare zusammen und isst aus einer dieser runden Pappschachteln, die man hier in Düsseldorf jetzt überall während der Mittagszeiten sieht.
Sie trägt schwarz, was ihr sehr gut steht.
Heimfahrt
Es ist frühlingswarm und die Sonne scheint. Sie sollte mich stärken, aber stattdessen bin ich wieder sehr müde. Immerhin fühle ich mich nicht so ganz zerschlagen und verteilt wie gestern.
Die Menschen tragen noch ihre dicken Jacken, würden aber gerne die warme Luft an ihre Haut lassen. Die Laune in der Stadt scheint sich zu bessern. Ich freue mich über den Frühling, auch wenn er nicht lange anhalten wird.
Schreibe einen Kommentar