Nacht
Mittelgute Nacht ohne Ohrenstöpsel. Ich wache ca. alle zwei Stunden auf und muss mal wo hin.
Traum vom Buch
Mir träumt, ich bin mit mehreren Leuten in einem Büro, denn wir wollen mein Buch fertig machen. Es ist alles da: Essen, ausgefüllte Zettel, ein Buchbindegerät, ein CD-ROM-Brenner und ein Einband. Wir sitzen an Computern und schieben Dateien. Zum Schluss will ich alles zusammenfügen, denn die anderen packen schon langsam ein. Ob ich wirklich alle Zettel mit einbinden soll? Klappt das mit dem Brennen der CD-ROM? Ich bin aufgeregt und unsicher.
Morgen
Ich wache um kurz vor vier Uhr auf. Ich packe die Gelegenheit beim Schopf und stehe sofort auf. In der Morgenmediation kann ich heute überraschenderweise die Zeit einstellen und nehme 10 Minuten (die längste Meditation).
Innen und Außen
Auf dem Weg zur Arbeit denke ich über das Thema „Innen und Außen“ nach. Mir wird bewusst, dass ich ja nicht im Außen hängen bleiben muss. Dass ich ja selber entscheiden kann, wo ich bin und dass ich da niemanden um Erlaubnis fragen muss. Die Erkenntnis ist befreiend.
Arkanbereich
Beim Umarbeiten finde ich heraus, dass die Landesregierung Nordrhein-Westfalen einen “Arkanbereich” hat! Sofort denke ich Harry Potter, Gandalf, Merlin, magische Bücher und Zauberstäbe. Magischer Staub, der schnödes Papier in herrliche Digitalisiate verwandelt, liegt hier in der Luft. Ledergebundene Bücher murmeln leise im Dunkeln uralte Formeln, ein Rabe krächzt und eine Kristallkugel leuchtet.
Leider passiert das alles nur in meinem Kopf und “Arkanbereich” ist ein schnöder Rechtsbegriff.
Field Writing: Medienhafen
Mittagsspaziergang durch den Medienhafen. Die Sonne wärmt den Beton, wird vom Glas aber kühl abgewiesen. Vielleicht strömen die gut gekleideten Menschen deswegen so zielstrebig zu ihren Bowls. Stäbchen kratzen Pappe sauber. Ein Fernseh- oder Foto-Team hat sich in Stellung gebracht. Die Praktikantin spielt mit einem Kaffeebecher in der Hand die Zieldrohne. Ein großer Mann kommt mir entgegen. Er trägt ein weißes Hemd mit kurzen Armen, Hosenträger, Sonnenbrille und einen gepflegten, gezwirbelten Bart. Er wirkt ein wenig wie ein Holzfäller-Influencer.
Kurz hinter dem Hotel ist ja das stille Hafenbecken. Dort sitze ich auf kaltem Stein neben überquellenden Aschenbechern und schreibe ein paar Zeilen. Hier rauchen sonst nur die Handwerker und die Frauen vom Reinigungspersonal. Plötzlich bekomme ich Bierdurst und gehe deswegen schnell weiter.
Aufgeregt, stolz, müde
Heute musste ich mich abgrenzen und habe das erfolgreich geschafft. Von außen betrachtet vielleicht eine vollkommen harmlose Situation, aber ich bin aus ihr mit brennendem Herzen gegangen.
Meinem Kopf war bewusst, ich dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, und dass ich stolz auf mich sein könnte, aber den Stolz konnte ich erst nicht fühlen. Da war vielmehr Angst, jemanden vor den Kopf gestoßen zu haben. Da war vielmehr das Gefühl, undankbar zu sein.
Daheim habe ich dann alle Pläne fallen gelassen, mir ein Wannenbad gegönnt und Schlaf- und Nerventee getrunken. Langsam sickerte die Erkenntnis, dass ich richtig gehandelt hatte, vom Kopf in den Bauch.
Ich habe noch immer keine Kraft für diese Kämpfe in mir. Ich muss mich weiter schützen. Mein neues Fell sitzt noch nicht ganz genau. Es ist wie ein Mantel, den man jahrzehntelang nicht am Körper hatte und den man jetzt wieder anzieht. Man ist irgendwie viel kleiner. Der Mantel fühlt sich fremd an und ist doch so vertraut. Er ist tatsächlich der eigene Mantel, aber bis das auch die eigene Haut glaubt, dauert es noch eine Weile.
Abends sitze ich im Schwingsessel, höre Circles & Squares, trinke Sockentee und lese ein wenig.
Ich darf erschöpft sein.
Soundanlage
Eigentlich bin ich mit der Concept C von Teufel als kleine Anlage am Computer ziemlich zufrieden. Der Sound ist satt. Nur der Subwoofer steht mir dauernd im Weg, denn die Bärenhöhle ist ja ziemlich klein.
Extrem nervig ist aber die Fernbedienung, weil der Teufel (sorry, das Wortspiel musste jetzt mal sein!) natürlich kein kleines Kästchen mit Knöppen drauf anbietet, sondern so ein Teil, dass nicht nur aussieht wie ein Puck, sondern auch so heißt. Man kann da oben draufdrücken und man kann daran drehen. Es hat auch einen kleinen Knopf, den man immer versehentlich drückt, wenn man den Puck hochhebt. Dann verstellt sich der Eingangskanal und da man nicht weiß, welcher gerade der aktuelle ist, muss man jetzt fluchend herumprobieren, bis man wieder den richtigen Line-in findet. Drückt man den Puck von oben zu lange, schaltet man die Anlage stumm oder nicht. Angeblich kann man an einem farbigen LED-Ring erkennen, was der Puck gerade tut, aber für mich sieht das Rot ja aus wie Grün, weswegen ich nach jeder Aktion die Lautstärketasten auf der Tastatur drücke. Wenn man nämlich beim Mac die Lautstärke ändert, macht der so ein “Plöpp!”-Geräusch und ich erkenne, dass sie Ausgabe des Sounds korrekt durchgeschleift wird.
Die Anlage meint es gut mit der Umwelt und schaltet sich nach einer gewissen Zeit automatisch in den Standby, auch wenn in Carrier Command 2 plötzlich ein Nadelfisch-Torpedoboot auftaucht und im Träger Torpedoalarm ausgelöst wird. Den Alarm hört man dann nicht, aber zuverlässig einen sehr wütenden Flusskiesel herumschreien, wenn es im Karton reps. Schiff plötzlich rappelt.
Also lasse ich mir von Lars das R1280DB Regallautsprechersystem von Edifier empfehlen. Einen Subwoofer brauche ich eh nicht, denn Musik höre ich meist eh über Kopfhörer. Gestern ist das System angekommen. Es funktioniert wunderbar und hat eine kleine Fernbedienung mit Knöpfen.
Die Concept C schenke ich dem Thronfolger, der sich über eine kleine Musikanlage freuen wird.
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