Nacht
Mittelgute Nacht. Ohrenstöpsel ab Mitternacht wegen Geschrei auf der Straße.
Traum von der Messe
Mir träumt, ich bin in Düsseldorf auf einer Messe voller Popkultur. Ich stehe an einem Stand und würde gerne kleine Figürchen kaufen (3,- Euro das Stück), aber der Stand ist geschlossen. Um den kleinen Laden später wieder zu finden, will ich mir auf dem Smartphone seine Standortnummer notieren. Da spricht mich ein Mädchen an und sagt mir, dass man durch mein Handy durchgucken könne. Tatsächlich: Mein iPhone hat vorne auch ein Display und nutzt die Vorderseitenkamera, um einen Effekt von Durchsichtigkeit zu erzielen. Ich bedanke mich bei dem Mädchen für seine Aufmerksamkeit und suche die Einstellung, die ich wohl versehentlich aktiviert habe.
Dann jedoch stellt sich heraus, dass mein iPhone von einem Virus befallen ist. Es wird ständig Werbung angezeigt. Ich gehe zu einer Gruppe Schreibtische und erzähle den dort sitzenden Leuten, dass in meinen Alpträumen Technik nie richtig funktionieren würde. Sie haben Verständnis, können mir aber auch nicht weiterhelfen.
In einer Computerzeitschrift finde ich einen Hinweis auf ein Antiviren-Programm für das iPhone. Doch ich kann es nicht installieren, denn inzwischen komme ich nicht einmal mehr auf den Homescreen. Ich sehe nur Sternbilder.
Resigniert (auch wegen der Figürchen) lege ich mich hin und schlafe. Als ich aufwache, ist mein bester Freund Flöte da. Er weckt mich und nimmt mich in den Arm. Dann deckt er mich zu, denn ich habe nackt geschlafen und wir sind ja noch immer in Düsseldorf auf der Messe. Mit ihm auf der Messe sind eine Frau und ihr kleiner Hund. Die Frau begrüßt mich sehr freundlich. Sie ist Düsseldorferin und offensichtlich sehr stolz auf ihre Heimatstadt. Ich lobe die Stadt Düsseldorf höflich.
Morgen
Ich stehe gegen halb sieben Uhr auf. Fühle mich ein wenig vermatscht. Die Traurigkeit ist ein dicker Teppich. An den muss ich mich eigentlich nicht gewöhnen, da er ja eh schon immer da war, aber gerade fühlt es sich so an.
Nach dem Kraftfutter mit frischen Erdbeeren setze ich mich mit einer Kanne Kaffee an den kleinen Schreibtisch und schreibe Tagebuch.
Field Writing
Stadtwald, wieder einmal. Bin schon relativ weit im Süden, fast auf der Höhe von Bissingheim. Der Kaffee schmeckt ein wenig nach Tee.
Du kannst die Angst nicht umarmen, wenn sie Dich anschreit und schlägt.
Sonntags nehmen die Menschen ihre Familien mit zum Hundedienst. Die Herren trotten vorneweg, die Väter tragen die Jacken ihrer Kinder wie gammelige Pelze über den Arm gelegt.
In den Senken steht das Wasser. Der Specht schießt Salven.
Selbst hier im Wald hängen überall Schilder. Als ob Deutschland das Patent auf Schilder hätte. Betreten geboten. Zugang verrichtet. Nur für Unbeteiligte.
Weiter hinten, am Sumpfloch, stakst ein Vattermutterkind mit einem Spaten herum. Vielleicht wollen sie zukünftigen Archäologien eine Freude machen und sich für sie als Moorlchen konservieren. Wir sparen uns auf für den großen Tag.
Wenn man was unbedingt loslassen will, aber gegen das Loslassen einen starken Widerstand verspürt, dann sollte man lernen, den Widerstand loszulassen. Es hat ja keiner behauptet, dass das alles einfach ist. Sonst säßen wir ja alle nicht hier beisammen im Wald und würden uns die Seele aus dem Leib heulen.
Es gehören immer zwei dazu: Der eine, der den Köder auslegt und der andere, der in die Falle tappt. Nur den Wurm am Haken fragt mal wieder keiner.
Warum legst Du immer diese Köder aus? Macht es Dir solche Freude, mich immer wieder ins offene Messer laufen zu lassen? Oder ist das ein Zwang? Oder ist es für Dich nur ein kleines Spielchen und Du bemerkst nicht, was Du anrichtest? Aber warum bist Du dann immer so stickum, wenn Du Deine Fallen stellst? Warum fühlst Dich dann immer so ertappt an? Oder bist Du wie die eine, die mich dann immer so angestiert hat, als wolle sie mir das Mark aus den Knochen saugen?
Ich will mich darin üben, die Fallen rechtzeitig zu erspüren und nicht hinein zu tappen. Lassen wir das Würmchen am Leben. Es ist in der Erde besser aufgehoben als im Strudel oder gar in meinem Maul.
Spaziergangeskalation
Ich mache einen Spaziergang in den Stadtwald und der eskaliert unerwartet zu über 34.000 Schritten (ca. 23 Kilometern). Die letzten sieben Kilometer sind dann doch ein wenig schmerzhaft, aber wenn man es gelernt hat, sich nicht selber zu spüren, dann kann das durchaus auch seine Vorteile haben.
Ich laufe von Neudorf aus durch den Stadtwald bis nach Großenbaum. Von dort aus Richtung Tiger & Turtle (um mich nicht in der Rheinschlinge zu verfangen), biege aber vorher in Richtung Wedau ab. Ich sehe interessante neue Ecken und Straßen (es gibt schnuckelige Wohnstraßen in Duisburg, wo man sie nicht erwartet).
Dabei höre ich Musik. Letztens habe ich die Smoke Fairies im Podcast DarkCompass entdeckt und erst einmal gegoogelt, ob es die überhaupt wirklich gibt (es gibt sich).
Viele Gedanken zum Thema Abgrenzung und Identität. Der Weg hat etwas Therapeutisches.
Daheim gehe ich sofort in die Badewanne, um die schmerzenden Muskeln und Gelenke zu entspannen und von dort aus direkt ins Bett.
Routinen
Jetzt, wo ich wieder mehr mein Notiz- und mein Tagebuch nutze, verspüre ich wieder den Wunsch, eine schöne Routine der täglichen Reflexion zu etablieren: Das Notizbuch durchgehen, Tagebuch schreiben, den Blogeintrag des Tages vervollständigen.
Das könnte eine Stütze in der momentan schwierigen Zeit sein. Gleichzeitig kann es aber auch ein Projekt sein, dass ich mir aufhalse und durch meinen Hang zum Zwanghaften weiter Kraft aus mir zieht.
Einigen wir uns darauf, dass ich das einfach mal ausprobiere?
Mistral
Da die Nutzung der großen Sprachmodelle via Mammouth.ai doch recht eingeschränkt ist, kündige ich mein Abo dort und spiele mit Mistral herum. Das kommt immerhin aus Europa.
Überraschende Erkenntnis für mich: Mistral nimmt meine Prompts eher wörtlich (im Gegensatz zu ChatGPT und Gemini): Als ich Mistral bitte, mir eine Cheat-Sheet-Tabelle für den Freewrite Alpha zu erstellen, sind die Tastaturkürzel darin komplett halluziniert. Als ich dann anmahne, dass Mistral doch bitte im Web nachgucken solle, sammelt mir das Sprachmodell tatsächlich die korrekten Abkürzungen zusammen.
Vielleicht machen die das auch, um Energie zu sparen.
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