2023-02-05

Sonntag, 05.02.2023 – Marxlohland

Inhalt

Die Nacht

Ging wohl ganz gut im Schnuffelkissenland.

Mir träumte, Freund D. und ich würden eine Ferienwohnung bewohnen, allerdings war er unterwegs und ich sah fern. Das Programm fesselte mich so sehr, dass ich gar nicht bemerkte, wie er die Wohnung betrat. Ich wunderte mich sehr, denn er hatte doch gar keinen Schlüssel! Doch es war die Managerin, die ihn hereingelassen hatte. Sie machte nun die Betten und wir gingen in unsere Wiedereingliederungsmaßnahme vom Arbeitsamt. Dort saßen wir im Schlafanzug zusammen mit vielen jungen Menschen in einer Art Klassenraum und eine Dozentin stand vorne. Sie war kein Fan vom Arbeitsamt und der freien Marktwirtschaft, wenn man ihren flammenden Reden Glauben schenken wollte. Leider konnte ich mich nicht auf den Vortrag konzentrieren, denn ich machte mir Sorgen über unser Gepäck, dass vor dem Klassenraum im Gang stand. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus, entschuldigte mich und ging vor die Tür.

Welch Schreck: Alle Taschen (auch die der anderen Kursteilnehmer) waren geöffnet und durchwühlt! Jemand hatte mein iPad aus meinem Koffer gestohlen! Nur die Schutzhülle hatte man dagelassen! Zum Glück hatte ich mein iPhone dabei und schaltete die Funktion ,,Wo ist?‘’ ein. Ein Terminal öffnete sich und ich versuchte, aus den Daten schlau zu werden, während ich Richtung Ausgang rannte. Draußen rannte und rannte ich über Wege, die durch eine schöne, waldreiche Landschaft verliefen. Als ich an malerischen Bruchsteinhäusern vorbeikam, stellte ich fest, dass das iPad doch noch in der Hülle war. Ich hatte mich wohl vertan, denn das Gerät war heute ganz besonders wabbelig. Beruhigt ging ich zurück.

In der Nähe des Arbeitsamtes kam mir eine barock-bayerische katholische Prozession entgegen und ich konnte wegen ihr die Straße nicht überqueren. Als ich ungeduldig darauf wartete, dass die Prozession endlich vorüber zog, wurde ich gewahr, dass nicht nur Priester und Messdiener hier prozessierten, sondern auch Frauen, welche Poison-Ivy-Kostüme trugen und sehr sexy aussahen. Trotz des schönen Anblicks wandte ich mich ab und versuchte, die den Prozessionszug zu umgehen. Dabei musste ich mich Stehtischen, Leuten in bayerischer Tracht und einem Metzgereiwagen durchschlängen. Irgendwann geriet ich in eine Festhalle und als ich jemanden nach dem Weg fragte, sagte ein Mann im Trachtenjanker ,,Der Weg bin ich!‘’

Das war höchst unangenehm.

Der Tag

Die Freuden der Anderen

Ich wache gegen sechs Uhr auf und in einer Wohnung in der Nähe gibt sich jemand wieder fleischlichen Freunde hin. Diesmal meine ich, zwei Frauen zu hören.

Auch diesmal freue ich mich für die Beteiligten und es ist auch nicht sonderlich laut.

Tee am Morgen

Ich stehe gegen neun Uhr auf und koche mir Tee. Diesmal ist es der ,,Japan Sencha‘’. Obwohl ich mich an die vorgeschriebene Dosierung, Ziehzeit und Wassertemperatur halte, schmeckt mir der Tee doch sehr kräftig. Auf der anderen Seite war ich schon fast wieder so weit, mir einen Kaffee auf nüchternen Magen reinzudrücken, also gebe ich dem grünen Heißgetränk noch eine Chance.

Erdnüsse

Von Herrn Buddenbohm inspiriert streue ich Erdnüsse in meine Balkonkästen. Noch scheinen sich aber keine Rabenvögel für sie zu interessieren. Kam nicht eine Zeit lang eine Elster gerne auf Besuch vorbei?

Aber es ist draußen auch dermaßen nasskalt, dass auch die Vögel heute lieber zu Hause bleiben.

Schupfnudeln

Während meiner Zeit mit dem gebrochenen Fuß und anderen Malaisen habe ich meine Lebensmittel gerne beim Lieferanten Picnic bestellt. Jetzt kann ich zwar wieder selber Einkaufen gehen, aber letztens passte es mit einer Bestellung besser und da wurde mir plötzlich in der App ein Rezept für Schupfnudeln mit Hackfleisch angeboten – natürlich konnte man die Zutaten dafür mit einem Klick bestellen. Das habe ich dann einfach mal gemacht und bekam das Rezept kurz danach als E-Mail geschickt.

Es gibt dann doch so einige Konsumdinge, die bei mir funktionieren.

Die Schupfnudeln gibt es dann heute Abend.

Haushalt

Ich wasche Wäsche und räume rum. Nebenbei bestelle ich eine zweite Lage Bettwäsche (der erste Bestellversuch beim Schweden war erfolgreich).

Der Abend

Ich lief durch die Stadt bis zum filmforum. Dort traf ich mich mit Freund M. und wir schauten gemeinsam den Film Marxlohland. In diesem Dokumentarfilm (ist das überhaupt einer?) geht es um den durchaus problematischen Duisburger Stadtteil. Es kommen viele unterschiedliche Menschen von dort zu Wort und es ist ein faszinierender Einblick ist das Leben dort.

Besonders eindrücklich fand ich den katholischen Priester, der im Petershof Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bietet. Nach einem Gespräch mit den Jungs (alle mit Migrationshintergrund) spricht er in die Kamera und meint: ,,Ist Ihnen was aufgefallen? Den einzigen, den sie nicht gefragt haben, ob Marxloh seine Heimat ist, bin ich!‘’

Leider komme ich wegen des Films nur sehr spät (23:30? 23:45?) ins Bett.

Ivory

Seit ein paar Wochen (?) nutze ich den Mastodon-Client ,,Ivory‘’ und finde den echt toll: Das Design ist durchdacht und aufgeräumt, die App ist flott, kann Entwürfe speichern, merkt sich die Position der Timeline zuverlässig, und synchronisiert sie auf Wunsch auch über mehrere Geräte.

Jetzt fehlt mir zu meinem perfekten App-Glück nur noch eine Version für den Mac (auf der Homepage gibt es sogar schon einen Link dafür) und – ich weiß, ich bin da eigen – eine Sync-Option für Entwürfe.

Podcast

Da ist schon die Begrüßungs-Episode meines neuen Podcasts!

Aus dem Internet

KI-lling Jobs

Wenn das so sein sollte, dass etwa künstlich erstellte journalistische Texte bald schon nicht mehr von menschenerstellten unterscheidbar sein werden, dann sage ich mal: Willkommen im Club jener Arbeitskräfte, deren Arbeit von Maschinen übernommen wird. Ihr seid in guter Gesellschaft, werte Preßbengels. Kleiner Tipp unter Leidensgenossen: Je schneller man sich abgewöhnt, sich und seine Arbeit für unersetzlich zu halten, desto besser für die seelische Gesundheit. Nicht dafür.

Aus der tiefen Grube meiner Seele

Seitdem ich eine Brillenputzmaschine besitze, erscheinen mir meine Brillen immer so schmutzig.