Sternennacht

Das Wasser umspielte ihre nackten Füße. Sie stand ganz alleine am Ufer. Doch nein: Ein älteres Ehepaar kam ihr entgegen. Sie hatte sich bei ihm untergehakt. Er trug einen gelben Hut. Beide eine Welt aus Streifen. Als sie an ihr vorbei gingen, grüßte man sich scheu, der Mann lüpfte den Hut.
Dann war sie wieder für sich allein.
Die Sterne hingen wie dicke Klumpen am Himmel. Die Stadt auf der anderen Seite der Buch leuchtete zaghaft gelb im Schein der Gaslaternen. Das Licht spiegelte sich im Wasser. Bis auf ein Plätschern und dem fernen Rauschen des Meeres war es ganz still.
Die Ruhe und der Frieden, der auf dieser Szene lag, färbte auf sie ab.
Es war schön.
Wunderschön.
Zu schade, dass sich das jetzt ändern würde!
Sie hob die Arme zum Himmel und begann leise zu murmeln. Die Worte, die aus ihrem Mund flossen, wurden immer lauter. Hätte sie jemand hören können, so hätten sie wie Sätze aus einer fremden, brutalen Sprache geklungen. Ihr trat der Schweiß auf der Stirn, als sich ihre Stimme fast überschlug beim Schreien.
Dann hörte sie auf und es war wieder ruhig und friedlich.

Sie drehte sich auf der Stelle um und ging fort. Den riesigen schwarzen Körper, die jetzt langsam aus den Tiefen emporstiegen und sich in Richtung der Stadt bewegten, gönnte sie keinen Blick.

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