2024-06-06 Donnerstag

Mittelguter Hotelbettschlaf. Mir träumt, dass die kleine Buchhandlung bei mir um die Ecke in Wirklichkeit ein Kramladen ist, der auch Bücher verleiht. Ich gehe dort schon um sechs Uhr morgens hin, weil ich ein paar Dinge benötige. Leider sind das alles Sachen, die man auch für so kinky Sex-Geschichten benutzen kann und deswegen ist das für mich sehr peinlich. Eine kleine Klemmleuchte bekomme ich nicht.


Ich stehe um sechs Uhr auf, denn da das Hotel komplett ausgebucht ist, möchte ich einen vollen Frühstücksraum vermeiden. Das Personal ist hier so sehr auf Zack, dass man seinen Teller nicht alleine lassen darf (z.B. weil man einen zusätzlichen Butterklumpen aus der Butterportioniermaschine holen will), ohne dass ihn jemand abräumt. Man muss noch vor dem ersten Kaffee sehr häufig ,,Nein!’’ sagen.


Erfurt Hbf. Alles voller Schulklassen. Rosige Gesichter, aufgeregtes Gequake und Gequieke.

Im Zug fällt mir auf, dass meine Hotelzimmerkarte irgendwie weg ist. Allerdings gerate ich nicht in Panik (der Puls steigt aber schon), sondern suche systematisch alles ab. Negativ! Dann denke ich kurz nach und komme zu dem Schluss, dass die Karte noch im Hotelzimmer liegen muss. Sicherheitshalber rufe ich im Hotel an und lasse die Zimmerkarte sperren.

Vor zehn Jahren wäre ich ausgeflippt und mir wäre der Tag verdorben gewesen.


Ich fahre nach Mühlhausen. Dort holt mich ein sehr lieber Mensch am Bahnhof ab und zeigt mir seine Stadt. Auch wenn ich vor vielen Jahren schon mal hier war, erschließt sie sich mir erst jetzt ein wenig. Ich bin begeistert von der alten, mittelalterlichen Bausubstanz! Wenn es doch nur eine tolle Serie bei Netflix oder Apple+ über Thomas Müntzer geben würde, so dass die Touristen in diese thüringische Stadt strömen!

Mittagessen im Brauhaus zum Löwen: Champignons auf Ofenkartoffel. Wir schauen uns das Museum an. Mit seinem Verzicht auf einen Exponaten-Overkill und der guten Kontextualisierung (wie ich finde) gefällt es mir gut. Wir spazieren über den Wehrgang, wir essen ein Eis.

Der Tag vergeht wie im Flug und ich werde wieder zum Bahnhof gebracht. Herzlicher Abschied, Hoffnung auf baldiges Wiedersehen.


Rückfahrt. Die Sonne scheint noch. Die Wolken sind wie aufgehängt. Friedvolle, reizarme Landschaft.


Im Hotel bekomme ich eine neue Zimmerkarte. Die alte Karte finde ich auf dem Schreibtisch. Abendessen (gebratener Lachs) im Willy B.. Sehr gut!

Dann im Zimmer noch die Notizen des Tages sortieren und packen. Morgen will ich in aller Frühe zurück nach Duisburg fahren.

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